Fleetburner - Fleetburner

Review

Mit der Idee, verschiedene Einflüsse und Stile, die das Metalgenre prägten, zu vereinen, entstand FLEETBURNER. Auf dem selbstbetitelten Debüt nehmen bekannte Gesichter wie Peter Iwers oder Christopher Amott Platz. Während letztere als Mitbegründer von ARCH ENEMY und ARMAGEDDON bekannt sein sollte, so war ersterer der Bassist von IN FLAMES. Jedoch nahmen Nils Courbaron, Christopher Amott und Mascha Arkiphova lediglich Gastrollen ein. Die vielversprechende Kombination rund um den niederländischen Newcomer Kevin Storm holt sich also Unterstützung von allem was Rang und Namen hat. Wobei Kevin Storm auch schon als Gitarrist von EQUILIBRIUM oder VULTURE INDUSTRIES tätig war. Das Resultat dieser erfahrenen Kombination ist ein Konzeptalbum mit Charakter.

Die vielfältige Welt von FLEETBURNER

Das FLEETBURNER einen Hang zu Experimenten wagen, beweist schon der Introsong. Eine melancholische Pianomelodie erklingt und leitet zu Ken Simerlys’ durchdringenden Gesang weiter. “The Land“ entwickelt langsam Tempo und integriert thrashige Drums mit antreibenden Keyboardgeschredder.

Teils scheint es so als ob der Sound zu durchschnittlichem Metal oder Hard Rock tendiert. Doch beinahe jeder Song überrascht mit plötzlichen Breaks und modularem authentischem Gesang.
Etwas progressiver klingt “The Course“ durch einen stärkeren instrumentalen Fokus. “The Endless“ hingegen erhält eher eine starke Death-Metal-Note.

Ein starker Melodic-Metal-Einfluss à la DARK TRANQUILLITY kommt nochmal auf “The Fleet“ zur Geltung. FLEETBURNER bleiben also ihrem Grundsatz, verschiedene Metalgenre auf einem Album zu vereinen treu. Entlang des Albums scheinen einzelne Pianostücke hervor und erschaffen eine mystische Umgebung.

Das Ziel harsch verfehlt

“Open Water“ schafft leider einen kleinen Dämpfer in der Gesamtstimmung. Der Song baut Spannung auf, mündet jedoch in einem schrillen anstrengenden Percussiongedresche. Ein kleiner Break baut erneut Spannung ein und zerstört diese wieder im Refrain. Das Mixing machte eine Ortung der Instrumente fast unmöglich.

Schrille Höhen und verwaschene Bässe finden ihren Weg auch in “The Deep“ oder “The Fleet“. Schade, da die Melodien ansonsten wunderbar mit dem stimmlichen Arrangement harmonieren. “The Endless“ kratz in dem Punkt zumindest noch ab der Songmitte die Kurve.

Das Konzeptalbum mit Charakter

FLEETBURNER erzählen die Geschichte von einem heranwachsenden Menschen. Während des Lebens konfrontieren ihn verschiedenste Hindernisse, die es zu bewältigen gilt. Mit der Geburt beginnt der Anfang vom Ende.

Der Protagonist scheint schon von einigen Faktoren geprägt. Besonders genetische als auch epigenetische Einflüsse haben einen immensen Einfluss. Das Kind muss nun lernen mit diesen Prägungen zurechtzukommen.

Es lernt Lügen kennen und die Personen, die durch diese fallen. Doch auch, dass Freundschaft aus misslichen Lagen helfen kann. Selbst denen, die zu Missetaten neigen. Jedoch bleibt einigen dies verwehrt und so treiben sie im Strom, ohne je Halt zu finden.

Auch andere negative Erfahrungen wie Freundschaftsbrüche oder Verrat thematisieren FLEETBURNER. Entlang des Lebens lernt der Protagonist damit umzugehen. Nur ist die Lebensstabilität egal, denn Angst verfolgt jeden bis zum Tod. Diese Furcht leitet zu unberechenbaren Taten und führt noch weiter in die Abwärtsspirale.

Mit Liebe kreiert

FLEETBURNER nutzten das Schiff als Metapher für den Protagonisten und das Meer als den Lauf des Lebens. Besonders die Lyrik in “Below The Waves“ überzeugt durch schöne Reimketten und einen intelligenten Schreibstil.

FLEETBURNER präsentieren trotz einzelner Soundmängel ein Album mit vielschichtigen Einflüssen. Viele Songs verfügen über Melodien, welche erstaunlich eingängig sind. Nicht nur verschiedene Genre, sondern auch eine authentisch erzählte Geschichte runden das Gesamtwerk ab.

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18.09.2020

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3 Kommentare zu Fleetburner - Fleetburner

  1. Watutinki sagt:

    Von dem mit Special Effects überladenen Video Mal abgesehen :)), eigentlich nicht schlecht. Muss man sich Mal das ganze Album geben.
    Will jetzt keinen unpassenden Vergleich ziehen, aber Ihsahn, hör dir das Mal an. ;))

  2. nili68 sagt:

    Normalerweise hätte ich bei der Bezeichnung Hard Rock gar nicht reingehört, aber deine Ihsan-Erwähnung hat mich neugierig gemacht und somit etwas bewirkt. 😉 Zum Glück, das gefällt mir echt ziemlich gut. Daumen hoch!

  3. Interkom sagt:

    Eines muss denen lassen, komplexe Geschichten in ein kurzes Musikvideo zu packen, können die wirklich.