Ghamorean - Terra Ruina

Review

GHAMOREAN aus Umeå sind eine der Bands, die einst beim Hammerheart-Nachfolgelabel Karmageddon Media untergekommen waren, und dort veröffentlichten sie ihr Debütalbum. Das erklärt, warum die Band einerseits gar nicht mehr so jung ist, andererseits aber nie so recht bekannt geworden ist. Folgerichtig brachten GHAMOREAN ihr Zweitwerk „Eon Eschatos“ selbst raus, und der Release ihres dritten Albums „Terra Ruina“ über das recht kleine Label Discouraged Records verheißt auch nicht per se ein Mehr an Aufmerksamkeit.

Andererseits erklärt dieser Werdegang aber, warum sich „Terra Ruina“ äußerst reif anhört, und das in einem absolut positiven Sinne: GHAMOREAN agieren in der Schnittmenge zwischen Death und Black Metal, und das ziemlich selbstbewusst. Die Band spielt vertrackte Rhythmen, offene Akkorde, ja teilweise fast progressiv, aber dennoch klingt das richtig gut. Eigentlich kaum zu glauben, dass die Band nur zu dritt unterwegs ist, aber immerhin verzichten die Jungs auf Keyboards. Dennoch verstehen sie es, die Räume zu füllen, kurz: Das Songwriting ist zumeist schlüssig. Allerdings bedeutet das nicht, dass die acht Tracks einfach nachvollziehbar wären. Dagegen spricht allein schon die Tatsache, dass nur drei der Songs unter die 6-Minuten-Marke fallen – ohne dass sie mit langwierigen Wiederholungen gefüllt wären.

Bisweilen klingt das an die Bands, die Johan Norman nach seinem Abgang bei DISSECTION aus der Taufe gehoben hat, allerdings ohne Gitarrenleads und noch um einiges freizügiger: Bei GHAMOREAN gibt es keinen Sänger, der um seinen Einsatz buhlt, wenngleich dadurch ein wenig die Eiingängigkeit auf der Strecke bleibt. Trotzdem schaffen es einzelne Parts, sich ins Gedächtnis zu fräsen, wie beispielsweise im Opener „Towards Pandemonium“, im Instrumental „Flagrum“ oder im überlangen „Calvary & Martyrdom“.

Für die Fräse im Gehörgang sorgt nicht zuletzt die äußerst klare Produktion, die gerade das Schlagzeug (dafür sind die Jungs ins Ballerina Audio Studio gegangen) angemessen druckvoll und gleichzeitig differenziert abbildet. Darüber legen sich die fein gewebten Riffgebilde der Saiteninstrumentalisten wie dichte Stoffe, durch die ab und zu die Motorsäge jagt. Hört sich alles komplex an, ist aber natürlich gut. Was „Terra Ruina“ an Eingängigkeit fehlt, macht es durch feine Details, die erst nach einigen Hördurchgängen ans Tageslicht kommen, wieder wett.

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14.01.2011

- Dreaming in Red -

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