Graveyard Dirt - My Scourge, My Plague

Review

„Inspired by the early Peaceville doom/death sound“, da macht einen doch der Promozettel gleich mal mächtig neugierig. Und in der Tat, schon bei den ersten Takten von „My Scourge, My Plague“ kommen einem unweigerlich Assoziationen zu den großen Drei der britischen Melancholie: MY DYING BRIDE, PARADISE LOST und ANATHEMA in ihren Frühphasen sind die offensichtlichen Vorbilder für diese in Eigenregie veröffentlichte 3-Song-EP. Und falls GRAVEYARD DIRT den hier eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen, dürfte ein Plattenvertrag nur eine Frage der Zeit sein.

„A Poisonded Seed“ tönt auch gleich mal wohltuend altmodisch und melancholisch aus den Boxen. Da suhlt sich niemand in aufgesetztem Selbstmitleid, aber dennoch sieht man förmlich, wie sich die Trauerweiden unter der Last der Zeiten beugen. Den zweiten Song „Her Haunting Smile“ könnte man kurz und knapp wie folgt charakterisieren: Genau so hatte britischer Doom-Death Anfang und Mitte der 90er-Jahre zu klingen, so und nicht anders! Große Gefühle, jede Menge Trauer, aber dennoch nie in banaler Melancholie zerfließend. „The Sirens Refrain“ bündelt nochmal äußerst geschickt sämtliche Stärken von GRAVEYARD DIRT und wartet mit einigen wunderschönen, tieftraurigen Melodien und einem sehr gelungenen Spannungsbogen auf. Alle Daumen hoch!

Rein musikalisch ist das Ganze richtig stark umgesetzt, und die druckvolle, klare Produktion verstärkt die bleierne Schwere äußerst gekonnt. Einzig für die Growls gibt es leider doch ein paar Abzüge, da fehlen ganz einfach etwas Kraft und Volumen. Die ruhigeren, fast gesprochenen Parts hingegen kommen sehr überzeugend rüber. Doch man stelle sich mal vor, zum Beispiel ein Aaron Stainthorpe (MY DYING BRIDE) hätte diese Scheibe vor 20 Jahren eingesungen, dann würden wir heute wahrscheinlich von einem kleinen Genre-Klassiker reden. Aber das ist letztlich Meckern auf verdammt hohem Niveau, denn Sänger Paul liefert hier beileibe keinen schlechten Job ab. Und insgesamt sind GRAVEYARD DIRT ihren Vorbildern mit „My Scourge, My Plague“ unglaublich dicht auf den Fersen, nur MY DYING BRIDE haben da doch (noch) einen kleinen Vorsprung. Aber in Gefahr ist der Thron definitiv, denn diese irischen Belagerer setzen langsam – so wie sich das im Doom Metal gehört – zum Sturm an.

09.12.2015

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