Grobschnitt - Rockpommel's Land

Review

1977 wagten sich die Hagener Krautrocker GROBSCHNITT an Neuland, indem sie mit einem ganzen Album eine durchgehende Geschichte erzählten: „Rockpommel’s Land“ (mit Apostroph, immerhin sind alle Texte auf Englisch verfasst) ist also ein Konzeptalbum und musikalisch symphonischer Progrock der britischen Schule. Namen wie GENESIS oder YES dürfen als Vergleich herangezogen werden. Dabei knüpften GROBSCHNITT an die auf „Jumbo“ eingeschlagene, harmonischere Richtung an. Das umfasst beispielsweise die Sounds, die Keyborder Mist seinen Tasteninstrumenten entlockt: flächige Synthiesounds, wohingegen die Orgel jetzt endgültig eingemottet wurde. Auch der Gesang ist eher sanft und passt zur verträumt-positiven Grundstimmung des Albums. Die Klamaukpassagen, die die Band vor allem live immer ausgezeichnet haben, wurden hier wiederum auf ein Minimum eingedampft.

„Rockpommel’s Land“ ist ein Konzeptalbum in britischer Tradition

Apropos Geschichte, Texte, Coverartwork und Grundstimmung: Die Texte erzählen die Geschichte des jungen Ernie, der auf dem Rücken eines Marabus (siehe Cover) nach Severity Town kommt, wo unter anderem Lachen verboten ist. Nach einigen Wirren und Abenteuern gelingt es ihm schließlich, die Stadt und die darin gefangenen guten Mächte zu befreien. Gut gegen Böse – das ist natürlich zusammen mit dem quietschbunten Cover reichlich verkitscht. Wer also bei solch einer positiven, lieblichen Grundstimmung Bauchschmerzen bekommt, sollte einen großen Bogen um „Rockpommel’s Land“ machen. Allerdings ist das Album in seiner Umsetzung ziemlich konsequent, und an seiner Bedeutung im klassischen Progressive Rock darf auch nicht gezweifelt werden.

Das Album erscheint nun in der „Black & White“-Vinyl-Wiederveröffentlichungsserie, die direkt auf die verbliebenen und noch lebenden Mitglieder von GROBSCHNITT zurückgeht. Auf dem schwarzen Vinyl sind die vier zumeist überlangen Stücke des originalen Albums enthalten, während der weiße Rundling diverse Bonus-Livetracks enthält. Dabei handelt es sich um dieselben Stücke wie auf der originalen LP, die im April 1977 im Winterhuder Fährhaus in Hamburg und in der Essener Grugahalle aufgenommen wurden, also ungefähr zeitgleich zur LP-Veröffentlichung. Demnach unterscheiden sich die Versionen nicht grundlegend voneinander und klingen, wie für GROBSCHNITT üblich, hervorragend.

Umfangreicher Bonusteil mit weißem Vinyl und fettem Download

Abgerundet wird die LP wie immer durch ein aufwendig gestaltetes Gatefold-Cover, das neben Infos zum Album eine Vielzahl von Fotos und Zeitungsausschnitten enthält. Kurzweil ist also auch hier garantiert. Noch umfangreicher ist hier der Albumdownload, der insgesamt 17 Tracks bei einer Spielzeit von über 158 Minuten enthält. Darin enthalten sind auch Sprachpassagen, die die Geschichte von „Rockpommel’s Land“ wortgewandt und witzig erklären. Hier kommt denn am ehesten der GROBSCHNITTsche Humor durch, der (wie oben beschrieben) auf Platte vielleicht ein bisschen zu kurz kommt.

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30.01.2018

- Dreaming in Red -

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