Halestorm - Vicious

Review

Galerie mit 5 Bildern: Halestorm - Alter Bridge und Halestorm - "Fortress Tour" 2013

Lzzy Hale und ihre Mitstreiter sind zwar schon eine Weile unterwegs, haben aber noch gar nicht soo viele Alben bei HALESTORM unter ihrem Gürtel, wenn man sich ihre über 20-jährige Geschichte anschaut (sieht man mal von den ganzen EPs, auf die so manche Black-Metal-Band auch schon neidisch sein könnte, ab). Trotzdem ist gerade in den letzten Jahren die Band, was die Bekanntheit angeht, ein wenig explodiert. Zu recht, wie viele sagen würden. Also zumindest in den Staaten, wo die schon fast ein alter Hut sind, hier in „good old“ Europe noch nicht so richtig.  Ich hab die Band erst mit „Into The Wild Life“ kennen gelernt und fand das ein durchaus brauchbares Rockalbum. Viele würden sagen zu Mainstream, zu gekünstelt, aber für die Zielgruppe die es bedient und einen mitwippenden Fuß hat es allemal gereicht und das ist ja auch schon mal etwas, oder?

Abwechslung wie noch nie bei HALESTORM auf „Vicious“

Natürlich kann man bei HALESTORM weniger erwarten, dass der Albumtitel programmatisch zu sehen ist, auch wenn das Cover danach aussieht. Was man ihnen allemal attestieren kann: Sie bringen wieder mehr Abwechslung im Gegensatz zu den etwas zahmen und lahmen Vorgängern herein: Der Opener „Black Vultures“ hat noch die klassischen HALESTORM’schen Qualitäten inne – guter Mitsing-Refrain, durchaus schmissige Riffs, der hohe Stimmumfang von Frau Hale von ihrer Gesangsstimme bis hin zu kleinen Screams. Bereits der Nachfolger „Skulls“ ist beinahe Nu-Metal-lastig mit Anflügen von Sprechgesang in den Strophen. Auch das Bassspiel und die Riffs im Refrain schielen deutlich Richtung Groove. Danach geht „Uncomfortable“ in eine ähnliche Richtung. Ebenfalls äußerst groovy, die Gitarren schwanken zwischen metallischer Schlagseite und gefälligem Rock, allerdings schleichen sich auch hier wieder ruhigere Passagen oder beinahe gerappte Strophen ein. Das wird live sicher so einige Köpfe zum Nicken bringen.

„Vicious“ ist solides Material, aber auch nicht mehr

Ein paar unspektakuläre Songs wie „Buzz“, „Conflicted“ oder „White Dress“, die über einfaches Rekapitulieren HALESTORM’scher Trademarks nicht herauskommen, haben sich auch eingeschlichen. Es gibt aber durchaus noch kleine Überraschungen: Der Sleaze eines Songs wie „Do Not Disturb“ kommt textlich wie auch musikalisch so manchen Glam Bands gefährlich nahe. „Killing Ourselves To Live“ hat schon einen fast ekelhaft süßen Refrain, aber der Rest des Songs ist so gut arrangiert, dass man ihm das fast verzeiht. Die obligatorische Ballade in Form von „Heart Of Novocaine“ (cooler Titel!) muss natürlich auch sein. Mit „Painkiller“ gibt es leider kein Priest-Cover (obwohl das durchaus im Rahmen des Möglichen wäre, man erinnert sich zurück an den Tribut zu DIO auf einer ihrer EPs), aber einen ordentlichen Song zum Ende des Albums. Der Titelsong ist leider auch nur Durchschnitt und ob man sich mit „The Silence“ als einer zweiten Ballade am Schluss einen Gefallen getan hat, muss jeder wahrscheinlich auch für sich beantworten.

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es allemal eine Steigerung: Ein wenig mehr Schmackes und ein wenig mehr Inspiration scheinen HALESTORM ganz gut getan zu haben. Allerdings überrascht oder überzeugt nicht jeder Song, deshalb kann hier auch nicht von einem durchgängig guten Album gesprochen werden. Für Genre-Fans und Neulinge sicher empfehlenswert. Alle anderen sollten vorher mal in die Singles reinhören und dann entscheiden, ob Lzzy Hale immer noch ihre Herzdame ist.

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10.08.2018

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