Hemoragy - Headbang Till Death

Review

Es gibt Reviews, beziehungsweise Platten, die man als Rezensent nicht so schnell vergisst. Die Gründe dafür, sind meist der unsagbar schlechte Inhalt, oder die Absurdität des Albums. Ein klarer Fall für die letzte Kategorie war die französische Metalbrigade HEMORAGY, die mich mit ihrer letzten Großtat „Jesus King Of Wine“ (aus dem Jahr 2007), sowohl zum Schmunzeln, als auch zum Verzweifeln brachten.

Mittlerweile sind drei Jahre ins Land gezogen, Jesus wurde in einen Glykolskandal verwickelt, das französische Fußballnationalteam sorgte bei der WM für Freude allerorten und HEMORAGY veröffentlichen ihr drittes Album „Headbang Till Death“.

Schon der plumpe Titel macht hellhörig und verspricht dem „Winekenner“ erneut ein Füllhorn an klischeeüberladenen Texten, mittelmäßigstem Heavy Metal und dumpfem Rumpelsound.
Doch halt: Schon ab der ersten Sekunde schaffen es HEMORAGY, mich zum Staunen zu bringen. Von Rumpelsound oder höchst mittelmäßigem Songwriting ist auf „Headbang Till Death“ nämlich nicht mehr viel zu hören. Da hat wohl jemand die Zeichen erkannt und will aus seinem Kapital („oldschool as fuck“ zu sein) Kapital schlagen. So wandelt man bei ordentlichem Sound auf den Spuren von alten Heroen wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und MOTÖRHEAD. Neben dem gewachsenen Gespür für gute Songs, ist besonders die (gern und häufig eingesetzte) Soloarbeit erwähnenswert. Konnte die ansatzweise schon auf dem Vorgänger überzeugen, muss man sie nun als richtig gut bezeichnen. Es wird gefiedelt als ginge es ums Überleben.

Einziger Wehrmutstropfen bleibt, wie erwartet der Gesang. Englisch ist einfach schwerer, als Gitarre spielen! In diesem Sinn: „Edbeng Till Dessss“.
Aber zum Glück wechselt Sänger Johannes Musslin, der mit seinem Bruder Steve der Hauptverantwortliche hinter HEMORAGY ist, schnell die Stimmlage in Richtung Lemmy, sodass man vom Text ohnehin nicht mehr viel versteht. Womit sich dieses Problem auch (beinahe) in Wohlgefallen auflöst. Zu den besten Sängern gehört er aber trotzdem nicht, was der Band in Zukunft noch im Wege stehen könnte. Musikalisch empfehlen sich die Franzmänner und -frau dank ihres ideenreichen und kompetent wie auch mit Herzblut vorgetragenen Heavy Metals, mittlerweile nämlich für höhere Weihen und starke sechs Punkte.

Überraschend!

06.07.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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