Impiety - Terroreign

Review

Galerie mit 8 Bildern: Impiety - Ragnarök 2012

Zugegeben, der brachiale Black/Death-Export IMPIETY aus Singapur ist schon seit jeher nicht gerade als zahme Institution bekannt. Doch was mit dem Titel „Terroreign“ recht plakativ anmutet, entspricht exakt dem, was die Fernöstler hier produzieren. Denn nichts anderes entspricht diesem Album außer roher Gewalt und unberechenbarer Vergewaltigung für die Ohren.

Schon mit dem Vorgänger „Formidonis Nex Cultus“ wurde man von einem Gewitter an berstender Aggression empfangen, doch im Vergleich zu „Terroreign“ wirkt es eingängig und fast schon langweilig. Obwohl man sich verpflichtet gefühlt hat, Holocausto Vengeance (BEHERIT) als Komponist für das Intro und Outro anzuheuern, halten sie sich nicht lange mit Formalitäten auf. Stattdessen werden die Instrumente von 0 auf 100 aufs Extremste belastet und traktiert. Respekt gilt an dieser Stelle Tremor, der seine Drums so im Griff hat, dass er nie aus der Reihe tanzt und, soweit wie das menschliche Ohr es wahrnehmen kann, sein Schlagzeug auch äußerst präzise bedient. Die Felle scheinen nämlich so unmenschlich getuned worden zu sein, dass das eh schon grundlegende Tempo nochmal um 100% gesteigert werden konnte.

Neben der Betonung auf die maschinengewehrartigen Blasts finden nervenaufreibende Frickeleien von der Saitenfraktion ebenso Beachtung. Und da fängt es an, zumindest für meine Nerven, zuviel zu werden. Denn Pausen, in denen man mal einen Atemzug zu sich nehmen kann, sind faktisch gar nicht vorhanden. Stattdessen wird dieses andauernde bestialische Inferno zwischen technischen Leads, die einfach mal so in die Songs geworfen werden, und der rasenden Geschwindigkeit sogar noch gesteigert. Jedem sich noch so zusammenreißenden Bankkaufmann wird hier locker der Schlips aufgerissen. Allerdings schaffen sie es aus diesem Wust von Unkontrollierbarkeit noch gewisse groovige Thrash-Momente (z. B. bei „Atomic Angel Assault“, „My Dark Subconscious“) herbeizuführen. Diese sind allerdings rar gesäht und finden erst nach mehreren Durchläufen Gehör. Dazu paart sich das passende Gekotze von Shyaithan, das dem Namen der Band („Pietätslosigkeit“) alle Ehre macht und sich sicherlich zur Überraschung vieler als äußerst verständlich entpuppt.

Doch wem Nachvollziehbarkeit wichtig ist, der sollte an dieser Stelle aufhören weiter zu lesen. Denn dieser Faktor ist völlig fehl am Platz. So plötzlich und unerwartet, wie sie gekommen sind, beenden IMPIETY auch ihr mittlerweile sechstes Studioalbum. Die Spielzeit wurde nämlich glücklicherweise nicht so ausgeschöpft wie das musikalische Potenzial der Südostasiaten, was aber an dieser Stelle keine Kritik sein soll. Vielmehr stellen sie damit klar zum Beweis, dass sie eine Ausnahme-Erscheinung im Black/Death-Bereich sind und viele, als „high-speed“ bekannte, europäische Bands locker übertrumpfen können. Sind sie doch nicht zu Unrecht schon seit 18 Jahren dabei. Allerdings ist Geschwindigkeit auch nicht immer alles. Denn schade ist es, wenn man ein handwerklich gutes Album mit kompetenter Produktion weglegen muss, weil es einfach zu anstrengend ist.

„Terroreign“ bietet sich am Besten als Quickie an. Genauer genommen für die Situationen, in denen man gerade eine Rechnung aus dem Briefkasten gezogen hat oder die Nachbarn zu laut sind. Wer dann einfach mal „Argh!“ machen möchte, dem sei „Terroreign“ als kompetentes Ventil ans Herz gelegt. Es wird aber von regelmäßiger Einnahme abgeraten, um Tinnitus oder Herz-Rhythmus-Störungen zu verhindern.

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08.06.2009

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1 Kommentar zu Impiety - Terroreign

  1. erhabenheit sagt:

    die killer aus singapur sind zurück.ein fette scheibe mit zerstörungs-wut.geiles ding

    8/10