Implore - Alienated Despair

Review

Soundcheck September 2019# 10 Galerie mit 11 Bildern: Implore - Endseeker Official Record Release Show

Schon mal Weltschmerz gehabt? Also jetzt nicht das letzte Album der niederländischen Grindcore-Kapelle F.U.B.A.R., sondern richtigen Weltschmerz, der sich darüber definiert, die tiefste Traurigkeit über die Unzulänglichkeit der Welt zu sein? Ja, dann braucht es etwas, um diesen Weltschmerz loszuwerden oder ihn jedenfalls herauszuschreien und damit das Leid der Welt zu teilen. Genau dieses Mittels bedienen sich IMPLORE auf ihrer dritten Scheibe mit dem Titel „Alienated Despair“.

Keine Intros, keine Interludes, IMPLORE rotzen ihren Unmut über ihre befremdliche Verzweiflung einfach raus. Wie all ihre Vorbilder und alle anderen Bands in diesem Umfeld, so ist das Quartett, das verteilt über Europa lebt, auch sehr politisch und widmet sich diesen Themen auch auf „Alienated Despair“. Dazu kommt noch der DIY-Gedanke, der die Band schon kreuz und quer durch Europa getrieben hat.

„Alienated Despair“ – Der Soundtrack zu Weltschmerz und Verzweiflung

„Alienated Despair“ trifft dich wie eine Bierbüchse am Kopf. Nur um zu merken, dass der Werfer ebendieser Dose in einem alten, rostigen Auto sitzt, das mit voller Geschwindigkeit jetzt auf die zuhält. Du wirst umgefahren, knallst auf den Asphalt, bleibst aber an der hinteren, halb abgerissenen Stoßstange hängen und wirst mitgeschleift. Die ganze Zeit dabei grinst du wie wild und freust dich. „Alienated Despair“ hat eine katharsische Wirkung, nach dem Genuss der Scheibe ist man zwar ziemlich geplättet, aber Weltschmerz und Verzweiflung sind erstmal weg.

Im Gegensatz zum Vorgänger „Subjugate“ sind IMPLORE dieses Mal aus Berlin rausgekommen und haben sich in Österreich im „Deer In The Headlights“ Studio als Quartett an die Scheibe gemacht. Von dem Trio des letzten Albums sind nur noch Gabriel Dubko am Gesang, ehemals Bass und Gesang, und Eduard Petrolillo an der Gitarre übrig geblieben. Carol Lieb hat den Bass und Teile des Gesangs übernommen und Markus Matzinger ist nach der letzten Scheibe an der Gitarre dazugestoßen, mittlerweile aber hinter das Schlagzeug gewechselt.

IMPLORE bleiben musikalisch bei ihrem Weg.

IMPLORE rücken musikalisch keinen Millimeter von dem eingeschlagenen Weg ab. Die Geschwindigkeit bleibt hoch, und die Gitarren kommen aus Schweden. Den typischen Stockholmer Sound der Sechssaiter hat man übernommen, auch wenn das Tempo viel höher ist als bei den Bands aus Skandinavien. Etwas Crust-Einschlag hat man auch gleich noch mitgebracht. Dazu bedient man sich noch ein wenig im Punk und im Hardcore und wütet ganz viel im Grindcore, in dessen Schublade man wohl am ehesten passt. Am ehesten, aber auch wieder doch nicht, denn dafür hat man trotz des Tempos zu viele Melodien und Slamparts an Bord.

Es lohnt sich auf jeden Fall, wieder bei IMPLORE reinzuhören, denn wer auf Krach jeder Art und metallischen Hardcore steht, der kommt an der Band langsam nicht mehr vorbei.

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27.09.2019

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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1 Kommentar zu Implore - Alienated Despair

  1. Schraluk sagt:

    Wie immer bei ‚Implore‘ nix zu meckern. Gibt wieder schön aufs Fressbrett, irgendwo zwischen Grind, Metal und Hardcore. Sound ist diesmal nahezu perfekt, auch wenn man aufpassen muss, dass der Erkennungswert durch ein weiteres pimpen nicht verloren geht. Gut, besser, ‚Implore‘. Bäm!

    9/10