Inarborat - Wisdom Sans Words

Review

INARBORAT als Metal.de-Redaktionsband zu bezeichnen, wäre übertrieben, schließlich ist nur ein sehr kleiner Teil der Belegschaft in der Gruppe aktiv. Allerdings muss man an dieser Stelle festhalten, dass von INARBORAT nicht mehr viel übrig bliebe, wenn alle Schreiberlinge aussteigen würden. Mir kommt nun also die zweifelhafte Ehre zu, den Kollegen zu erzählen, wie gut ihr Demo geworden ist. Das ist eine potentiell unangenehme Aufgabe, doch glücklicherweise ist „Wisdom Sans Words“ ziemlich gelungen, so dass mir das Schlimmste erspart bleibt.

Nach einem schönen (wenn auch geborgten) Intro geht es mit „Aus Staub und Trümmern“ ganz wunderbar los. Schnell, durchaus eingängig und wirklich packend ist das erste richtige Stück für mich der Höhepunkt des Demos. INARBORAT orientieren sich am norwegischen BM der Mittneunziger, allerdings nicht an den üblichen Verdächtigen wie BURZUM oder DARKTHRONE. Vielmehr kommen mir solche Veröffentlichungen wie PERISHEDs 94er Demo in den Sinn, oder MALIGNANT ETERNALs „Tårnet“. Black Metal also, bei dem das Gerumpelfundament mit etwas Melodie versetzt wird, ohne dass die rohe Ursprünglichkeit darunter zu leiden hätte. Aufgenommen wurde das Ganze in guter Proberaumqualität, standesgemäß scheppernd und angenehm verhallt. Und das ist nur positiv gemeint, die Produktion passt zum Material wie brennende Kirchen zu Norwegen.
Milde Kritik verdient „Wisdom Sans Words“ dagegen dafür, dass der Rest des Materials mit dem grandiosen Auftakt nur bedingt mithalten kann. Nicht dass die anderen Lieder schlecht wären, das nun wirklich nicht. Aber „The Brook Lies Silent“ etwa ist in den schnellen Abschnitten vergleichsweise unspektakulär; wie die Band selbst vorführt, funktionieren diese Passagen mit dezenten Keyboards viel besser. Und „That Dwells Within (The Mountain)“ wächst erst in seinen getragenen, teilweise mit Klargesang veredelten Momenten zu einer Nummer, die INARBORATs Fähigkeiten tatsächlich gerecht wird. Immerhin ist der überlange, zwischen elegisch-verträumt und aggressiv pendelnde Rausschmeißer dann wieder durchweg gelungen und beweist, zu welchen Grosstaten INARBORAT in der Lage sind.

Unterm Strich ist „Wisdom sans Words“ ein mehr als nur solides erstes Lebenszeichen einer vielversprechenden Band. Nicht durchgehend ein Überhammer, aber das Demo macht wirklich Lust auf das wohl noch in diesem Jahr erscheinende Debüt. Wer das aufgrund zumindest theoretisch möglicher Interessenkonflikte nicht ungehört glauben möchte, kann sich im Netz selbst ein Bild machen: Auf der Bandseite steht das komplette Demo zum Herunterladen bereit. Bei Gefallen besteht die Möglichkeit, das Demo in der einzig angemessenen Form zu erwerben: auf Band.

31.10.2007

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2 Kommentare zu Inarborat - Wisdom Sans Words

  1. Anonymous sagt:

    Sehr gutes Debüt, wobei ich gerade "The Brook lies silent" und "Wisdom sans Words" gut finde!

    8/10
  2. blackchest sagt:

    Wirklich bedauerlich an dieser Veröffentlichung ist die dumpfe Produktion, die mich ein wenig an DARKTHRONE erinnert und dass keine echte Atmosphäre aufkommt. Vielleicht mag dies an den Songs selbst liegen, die wenig durchdacht, dafür allerdings etwas mehr "aus dem Bauch heraus" gespielt sind und somit etwas Anerkennung verdient haben. Ein interessanter Einstieg ist dies allemal.

    5/10