Into Eternity - The Incurable Tragedy

Review

Dass Musik aus weit mehr als nur Gesang und zugehöriger Instrumentalisierung besteht, dürfte nicht erst seit gestern klar sein. Das Ausdrücken von Gefühlen, das Verarbeiten von Trauer und anklagende Fragen an Unbekannt lassen sich sehr gut in lyrischer Form umsetzen. Deshalb verwundert es auch kaum, dass Musiker sich dieser Momente immer wieder bedienen und neben Worten auch Instrumente sprechen lassen.

Dass man über solche meist sogar noch weitaus mehr auszudrücken vermag, zeigen INTO ETERNITY mit ihrem neuen Album „The Incurable Tragedy“. Knapp 40 Minuten lang führen Gitarrist Tim Roth und seine Mannen den Hörer in eine Leidenswelt ein, die von einem unabwendbaren Schicksal bestimmt ist: Krebs! Inspiriert wurde das Werk dabei durch den Tod zweier Freunde und des Vaters von Tim (siehe auch Interview), die eben jene schreckliche Erfahrung machen mussten.

Von der ersten Sekunde an fühlt man mit ihnen, hört nicht nur, sondern erlebt die es viel mehr. „Prelude To Woe“ führt mit akustischen Gitarrenklängen in die Geschichte ein, „Tides Of Blood“ zeigt INTO ETERNITY, wie wir sie kennen. Stus unglaublich breites Stimmvolumen, rasend schnelle Drums und starke Soli. Das folgende „Spent Years Of Regret“ steht dem in nichts nach! Mit „Symptoms“ folgt ein klasse Instrumental und gerade dieses stellt eines der vorhin angesprochenen Beispiele dar, dass man über Musik mehr ausdrücken kann anstelle von Worten. „Diagnosis Terminal“ ist der Beweis dafür, dass die Bezeichnung „Progressive Death Metal“ uneingeschränkt auf den Musikstil der Band zutrifft. Cleane Vocals im Refrain, eine harte Strophe, die zu diesen führt. Eine unglaubliche Mischung aus Melodie und Härte.
In drei Schritten bzw. drei Daten in Form des aufgesplitterten Titelsongs nimmt das unvermeidbare Ende seinen Lauf. Melancholisch gestimmte Gitarren, eine bedrückende Atmosphäre. Vermeintlich aufgelockert werden soll diese nur noch durch ein paar weitere Songs, die zwar im Grunde keine schlechten Lieder sind, allerdings ummantelt vom dreiteiligen Titelsong, eher untergehen… ehe schließlich am Ende der letzte Lebenston verstummt.

Der Sound und die Musik mögen mit den älteren Werken nicht mehr so viel gemein haben, wie es sich der ein oder andere gewünscht hätte, jedoch ist es nach wie vor unverkennbar INTO ETERNITY. Selten habe ich einen so authentischen und ehrlichen Ausdruck von Gefühlen gehört, der musikalisch auf allerhöchstem Niveau umgesetzt wurde. Man sollte dieses Album als Notwendigkeit ansehen, als eine Art Gefühlsausbruch, dem keine Grenzen gesetzt wurden.

12.08.2008

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1 Kommentar zu Into Eternity - The Incurable Tragedy

  1. Sylverblack sagt:

    Oha. Selten habe ich mich so schwer getan mit einem Album. Um erst mal eines klarzustellen: dies ist mein erstes Album von Into Eternity. Eigentlich bin ich auch ein Freund von Progressive Melodic Death Metal (Scar Symmetry, Mercenary, Solution .45, Concept Insomnia), aber Into Eternity machen es mir mit Sänger Stu Blocks (der ebenso clean wie guttural singt) Gesang wirklich extrem schwer. Sicher, der Mann hat ein bewundernswert breites Stimmvolumen, aber hätte er diese extrem hohen Billig-Power Metal-Vocals, die so klingen, als würde man dem guten Herrn mit Anlauf in die Eier treten, nicht bitte sein lassen? Der Eröffnungstrack ‚Tides Of Blood‘ z.B. wird damit völlig verschandelt und gestaltet sich zum nervigsten und übelsten Song der gesamten Platte. Das ist schade, denn die Band bewegt sich instrumental die ganze Zeit auf sehr hohem Niveau, weiß, mit progressivem, breaklastigem Songwriting, überraschenden Tempo-Wendungen, tollen Riffs und ebenso tollen Melodien zu begeistern. Und die darauf folgenden ‚Spent Years Of Regret‘ und ‚Diagnosis Terminal‘ wissen dafür auch größtenteils gesanglich zu überzeugen, auch wenn sich Stu die bereits erwähnten Glasbirster-Einlagen nicht gänzlich verkneifen kann. Auch die übrigen Songs wechseln sich Gesangs-qualitativ ab wie Licht und Schatten. ‚Indignation‘ kommt dem Opener vom gesanglichen Nerv-Faktor her entsetzlich nahe, bei ‚Time Immemorial‘ dagegen hält sich Stu angenehm zurück. Kurz: Die Songs stehen und fallen mit dem Gesang. Das ist natürlich auch Geschmackssache. Wem erwähnte Vocals gefallen und Progressive oder Melodic Death Metal mag, der wird hier überhaupt nichts falsch machen. Mir persönlich verdirbt diese Art des Singens jedenfalls ein Teil des Hörvergnügens. Besonders hervorzuheben sind abschließend noch die drei Titeltracks: Gänzlich Metal-frei gelingt es der Band hier, sehr emotionale Balladen zu schreiben, die nur selten die Grenze zum Kitsch überschreiten und damit die ruhigen Gegenpole zu den sonst rasanten Songs darstellen. Gelungen.

    7/10