Josiah - No Time

Review

Wow, bei dieser Platte kriecht dann wirklich mal der Siff aus den Lautsprechern. JOSIAH zelebrieren eine gelungene Mischung aus dreckigem Rock und hypnotisierendem, hörbar von BLACK SABBATH inspiriertem Doom. „No Time“ ist der wohl treffendste Albumtitel, den die Stoner-Kombo wählen konnte, denn dieses Album klingt derart zeitlos, als ob es die letzten 30 Jahre Rock und Metal gar nicht gegeben hätte. Pro-Tools und übertriebene Kompressoren haben hier keine Chance, die Band legt sich derart analog und staubtrocken ins Zeug, dass es eigentlich ein Sakrileg ist, den Kram auf CD und nicht auf Vinyl anzuhören.

Der größte Vorteil an der Platte ist, dass sich JOSIAH in teils überlangen Tracks in einen echten Rausch spielen, das Songwriting aber nie vernachlässigen und immer erstaunlich kompakt und spannend klingen.
Großartig dabei: das epische, aber trotzdem einfache „Harvester Of Lies“, das die Band in Bestform zeigt und auf über zehn Minuten Spielzeit kommt, von denen keine einzige langweilig oder sinnlos verplempert durch die Boxen rauscht. Oder der Uptempo-Track „Long Time Burning“, der mit einem tollen, eingängigen Refrain zu begeistern weiß. Oder das quälend groovende, ziemlich abgedrehte „Silas Brainchild“, das sich wunderbar in die Gehörgänge verhakt und so schnell auch nicht mehr da raus kommt.

JOSIAH fahren einen dicken Sound auf, bei dem man gar nicht glauben mag, dass es sich hier nur um ein Trio handelt. Gitarrist und Sänger Mat Bethancourt besticht mit einer starken, gefühlsgeladenen Stimme, die öfters an MONSTER MAGNETs Dave Wyndorf erinnert, aber trotzdem eine eigene, leidende und leidenschaftliche Note mit einbringt. Dummerweise hat man den Gesang mit einem etwas übertriebenen Dauerecho vollgekleistert, was über die Gesamtspielzeit doch ein wenig nervt, aber das ist dann auch schon der einzige größere Minuspunkt an der ganzen Platte.

Davon abgesehen gehören JOSIAH zu eben den seltenen Stonerbands, die man sich guten Gewissens auch ohne vorherigen THC-Missbrauch geben kann, und die nicht hoffnungslos veraltet, pseudoretro oder verkifft klingen. Die Mucke verströmt einfach schöne, erdige und warme Vibes, und verpackt das Beste des harten Rocks der Siebziger wenn schon nicht in ein modernes, dann aber wenigstens in ein zeitgemäßes Gewand. Schön auch das schlichte und stilvolle Cover im Art-Deco-Stil, das die Klasse der Band nochmals unterstreicht. Fans von alten BLACK SABBATH, SOLACE oder ABDULLAH haben hier die Chance, einen der wertvollsten Beiträge im Bereich Stonerrock der letzten Monate, wenn nicht sogar Jahre abzugreifen.

12.06.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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