



Zwei Jahre nach „A Frame Of Mind“ legen KALANDRA ihr drittes Studioalbum „The Other Side“ vor. Nachdem das letzte Album introspektive Themen behandelt hat, geht der aktuelle Release noch eine Stufe tiefer. „The Other Side“ befasst sich mit einer Traumwelt, was unter anderem durch das Cover gut zur Geltung kommt. Zu Beginn des Schreibprozesses haben die Bandmitglieder hierfür Traumtagebücher geführt und die Ergebnisse in Songs verpackt. Für einige Stücke haben sich KALANDRA Unterstützung geholt. So sind die Isländer ÁRSTÍÐIR bei „Descend The Stars“ und dem Titeltrack „The Other Side“ dabei. Die färöische Singer-Songwriterin ELINBORG, die nicht durch Zufall den gleichen Nachnamen wie EIVØR trägt und auch auf deren Album „Tungl“ zu hören ist, ist bei „Animal“ vertreten.
KALANDRA steigen stark ein
Mit sachtem Piano und Naturgeräuschen startet „In The Shadows“ melancholisch und minimalistisch. Katrine Stenbekks glasklare Vocals fügen sich perfekt in die entspannte Atmosphäre ein. Diese verdichtet sich kontinuierlich durch weitere Elemente, immer mehr Raum einnehmend. Es ist ein gelungener Auftakt für das Album. „Animal“ zieht das Tempo im Anschluss an und bringt eine zuvor fehlende Energie rein. Das Zusammenspiel von Stenbekk und ELINBORG funktioniert sehr gut und verpasst dem Track stellenweise einen ätherischen Charakter. KALANDRA verschießen damit viel Pulver zu Beginn des Albums, was sich bald rächt, denn „Lost In The Dark“ flacht ab. Es fällt jedoch positiv auf, dass die Lyrics trotz der Düsternis nicht so needy ausfallen, wie es bei „A Frame Of Mind“ der Fall war.
„The Other Side“ bremst sich selbst aus
Im weiteren Verlauf balanciert sich „The Other Side“ gut aus und wartet mit einem echten Highlight auf. „Beauty & The Beast“ startet trippy und entpuppt sich als der härteste und unkonventionellste Song. Es sticht besonders im direkten Vergleich zu seinem balladesken und schwächelnden Vorgänger „A Ship Has Left The Shore“ heraus. Der Nachfolger „Descend The Stars“ kommt ebenfalls nicht dagegen an. Diese Kontraste zeigen, was für ein abwechslungsreiches Album KALANDRA vorlegen. Sie legen Wert auf Details und setzen diese sehr gekonnt ein. „The Other Side“ ist daher ein insgesamt gutes Album geworden, das sich aber durch seine schwächeren Tracks selbst ausbremst.

Angela































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