Kauan - Aava Tuulen Maa

Review

Den Namen dieses großartigen TENHI-Albums „Kauan“ hatte die Band KAUAN schon immer. Dies allerdings sei, wie ich nachlesen durfte, laut Frontmann Anton Belov reiner Zufall. Wäre eigentlich schade, denn wenn ich rückblickend darüber nachdenke, bin ich genau wegen dieser TENHI-Assoziation zu dem Schluss gelangt: „Chef, her mit dem Album!“

Wenn man sich das aktuelle Album „Aava Tuulen Maa“ so anhört, dann kann man auch nicht so recht glauben, dass der Name reiner Zufall ist. Was die russische Band hier bietet, ist Ambient Post-Rock mit leichten Folkeinflüssen, der durchaus ein wenig an TENHI erinnert. Allerdings: Auf ihren früheren Alben war die Band noch im Black und Doom Metal beheimatet, sodass die Nähe zu TENHI erst auf dem neusten Werk nicht von der Hand zu weisen ist. Hinzu kommt, dass KAUAN offenbar ein starkes Fernwehsyndrom haben: das ganze Album, beim Artwork angefangen, kokettiert mit skandinavischer Ästhetik; alle Songtitel und Texte sind auf Finnisch gehalten und das Album erscheint bei Firebox Records.
Auf „Aava Tuulen Maa“ bietet die Band recht ausufernde, melancholische und atmosphärische Tracks. Das Album setzt vor allem auf verträumte Pianoparts, kombiniert mit Keyboardklängen, Akustikgitarren und hin und wieder der Violine. E-Gitarren-Riffs kommen eher selten zum Einsatz.
Die grundlegenden Zutaten, die KAUAN gewählt haben, sind also für Fans des Genres sicherlich nicht das Schlechteste. Allerdings: Beim Würzen und Abschmecken hat der Koch versagt. Es gibt zwei primäre Kritikpunkte: Die Lieder wirken in ihrer Länge teilweise eher willkürlich aneinander gereiht, manche Parts (gerade die E-Gitarre) wollen sich nicht ins Gesamtbild fügen, was dann nicht nur sehr konstruiert wirkt, sondern auch die träumerische Stimmung ruiniert. Darüber hinaus fehlt es dem Album einfach an Spannung. Sicherlich, es ist entspannend, lädt zum Schwelgen und Träumen ein etc. Dass das allerdings nicht richtig funktioniert, macht der erste Kritikpunkt klar. Um wiederum auf andere Art und Weise zu fesseln, fehlen dem Album wesentliche Post-Rock-Elemente, allem voran Dynamik. Wie das funktioniert, zeigen genug andere Bands, die wirklichen Post-Rock spielen.

Das Fazit ist also recht klar: KAUAN haben Potenzial, mehr aber auch nicht. Wenn sie ihr Konzept fortführen, kann da in Zukunft auch mehr bei rauskommen. Bis dahin höre man sich TENHI, THE 3RD AND THE MORTAL, SIGUR RÓS oder die weniger bekannten SUBAUDITION an.

26.11.2009

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