Kavrila - Rituals III

Review

Die Hamburger Crust-Doom-Irgendwas-Kinder KAVRILA sind etwa zwei Jahre nach „Rituals II“ mit „Rituals III“ am Start. Großartig geändert hat sich der Sound nicht: Immer noch gibt es sehr im Hardcore zu verortende Sangesschlagseite mit Songs, die mal mehr Richtung Doom, mal Richtung tatsächlich Hardcore/Punk gehen und musikalisch schön in Dreck und Schwermut suhlen tut die Band weiterhin. Ähnlich desolat wie auf dem Cover geht nämlich auch der Abschluss der EP-Serie musikalisch unter die Haut. Auffällig im Vergleich zu den vorigen Erzeugnissen ist, dass auf „Rituals III“ allerdings tatsächlich ein wenig „punkiger“ zugegangen wird, die Songs wesentlich eingängiger daher kommen und man sich auch Ruhepole zwischen aller Garstigkeit gönnt.

KAVRILA haben die (temporäre) Ruhe für sich entdeckt

„Sunday“ geht zwar noch gut nach vorne los, aber bereits in der Mitte des Tracks kommen Clean-Gitarren mit dazu, das Tempo wird ein wenig gedrosselt, es gibt kleine Atempausen während der Kiezprügelei.  „Equality“ hat beinahe schon etwas von den ehemaligen Vorzeige-Punkern REFUSED, genauer deren aktuellem Material mit seinen melodischen Tupfern. „Longing“ lässt sich Zeit und stampft dann später wütend umher, „Elysium“ ist ein lässiger Rausschmeißer, dem der Dreck zwischen den Zehen nicht vollkommen fehlt, der aber durchaus „Spaß“ macht.

„Rituals III“ ist Vorausschau auf neues Material

Wie angekündigt, soll nach „Rituals III“ mit diesem Konzept Schluss sein und auch im Promo-Schreiben wird schon eine neue Full-Length, die „noch düsterer“ sein soll, angeteasert. Interessantes Wording, da „Rituals III“ gefühlt am „verträglichsten“ geworden ist. So haben KAVRILA auf der einen Seite ein wenig was von der schroffen, asozialen Gewalt eingebüßt, an neuen Facetten allerdings auch hinzugewonnen. Somit liegt es wahrscheinlich am Geschmack des geneigten Hörers, den Daumen für „Rituals III“ eher nach oben oder unten auszucken zu lassen, je nachdem ob man eben den gewalttätigen Sludge der alten Veröffentlichungen oder die etwas abwechslungsreichere und eingängigere Seite hier auf „Rituals III“ bevorzugt.

20.03.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Rituals III' von Kavrila mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Rituals III" gefällt.

Es gibt noch keine Empfehlungen zu diesem Album. Willst du die erste abgeben? Dann registriere dich oder logge dich ein.

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 33390 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kavrila auf Tour

10.09. - 11.09.21Hellseatic Open Air 2021 (Festival)The Hirsch Effekt, Disbelief, Noisescape, Neànder, Mörser, Monolith, Kavrila, Kavik, Iron Walrus, Hexer, Galactic Superlords, Fabulous Desaster und ControversialBremer Woll-Kämmerei, Bremen

2 Kommentare zu Kavrila - Rituals III

  1. xXx-Oimel-xXx sagt:

    Crust-Doom? Interessant, da man unweigerlich CROWBAR usw. im Sinn hat. Wenn ich mir den Song anhöre, ist der Gedanke für die Katz.
    Ohne die Musik jetzt groß auseinander nehmen zu wollen…es passt. Wie das auf einer Albumlänge funktioniert, müsste man abchecken.
    Der verlinke Song macht Lust auf mehr.

  2. sardine sagt:

    Der Song in dem Video gefällt mir echt gut. Muss ich mir mal auf Albumlänge anhören.
    In Summe erinnert mich das an Raised Fist mit den neueren Alben „From the North“ oder auch „Anthems“.
    Auf jeden Fall werd ich mich mal mit Rituals III befassen.