Last Grain In The Hourglass - Last Grain In The Hourglass

Review

Nervenzusammenbruch. Klingt wenig wünschenswert, kann aber, in einem passenden musikalischen Rahmen, zu einem wirklich schönen Erlebnis resultieren.
„Bereit für den Nervenzusammenbruch?“, fragen LAST GRAIN IN THE HOURGLASS gleich zu Beginn ihrer selbst betitelten Demo-EP, welche als solche schon reichlich gelungen daherkommt.
Wie also definiert sich dieser Zusammenbruch, erwartet den Hörer gar erbarmungsloses Geknüppel, das hirnzermarternd blitzschnell in einem solchen endet? Glücklicherweise trifft diese schleichende Vorahnung ganz und gar nicht zu – „Slow down!“ tönt der Ausruf zu Ende des ersten Stückes, „Chronophobia“.
Somit – ein erleichtertes Aufatmen – plant die Band überhaupt nicht die totale Metalvernichtungsdröhnung, sondern zeigt sich angenehm vielseitig und gefühlvoll; der Stil ist eine recht eigene Mischung aus Progressivem Rock, der teilweise schnörkellos heavy daherkommt, Anleihen an den Metal und angenehm sanfteren Klängen.
Generell halte ich nicht viel von Song-By-Song-Reviews, allerdings scheint mir gerade diese Art des Vorgehens hierbei durchaus angebracht – einerseits umfasst „Last Grain In The Hourglass“, vom Intro abgesehen, nur drei Stücke, andererseits zeigt jedes davon eine eigene Seite der Idee der Musiker auf, die dann, als eine homogene Einheit auf der Scheibe, zu dem Gesamtbild verschmelzen und das darstellen, was die Band ausmacht.

Nach dem kurzen Intro startet die EP mit eingangs schon erwähntem „Chronophobia“, welches gleich zu Anfang die etwas härtere, direkte Seite der Jungs präsentiert. Atmosphärisch, was ja viel wichtiger ist als die Ausgestaltung des Intrumentals im Detail, vermittelt das Stück eine beinahe gehetzte Stimmung, was zum lyrischen Konzept durchaus passt. Passender als eine Textzeile im Stück selbst vermag ich es auch nicht zu beschreiben: „tick / tack / why are you running all day long?“

Das erste Stück endet mit einem stets widerhallenden „Slow down!“, was man dann bei „3rd Message Arrival“ auch musikalisch aufgreift; das Stück vermittelt eine düsterere Atmosphäre als sein Vorgänger, stark im Einsatz sind melodisches Gitarrenspiel und eine beschwörende Stimme, die so wirkt, als erzähle sie mir aus einem Lautsprecher heraus und stelle nur bedingt eine Form wirklichen Gesanges dar. Durchsetzt ist das Ganze von immer wiederkehrenden schnelleren Parts, die auf verzerrtes E-Gitarren-Riffing und ein tieferes „Fast-Schreien“ setzen. Sehr düster, sehr atmosphärisch.

„Elemental“ stellt den Abschluss von „Last Grain In The Hourglass“ dar und ist zugleich das wohl ruhigste Stück der CD. Eingeleitet von einem bedrohlich monotonen Gitarrenlauf, dann abgelöst von verzerrter E-Gitarre entfaltet sich das Stück, um dann nach ca. 3 ½ Minuten, zur Hälfte des Songs, die ersten Gesänge erklingen zu lassen. Diese bewegen sich dann in einem Bereich des Flüsterns und unterstützen scheinbar nur die Instrumente, passen dabei allerdings sehr gut in das Gesamtbild, in die Stimmung, die das ganze Lied durchzieht. Meiner Ansicht nach, wegen des Gefühles, das mich in seinen Bann zieht, das beste Stück – ein krönender Abschluss.

LAST GRAIN IN THE HOURGLASS ist mit ihrer ersten EP eine wirklich ansehnliche Aufnahme gelungen, man darf gespannt sein, was in Zukunft von der Band zu hören sein wird. Die EP ist sehr stimmungs- und gefühlvoll und hat trotz ihrer Vielfalt den gewissen roten Faden.
Zu erwerben ist das Alles zum absolut kostenfreien Download auf der Website der Band oder aber bei ihren Liveauftritten, wo sie die EP zum Selbstkostenpreis von nur drei Euro verkaufen. Einen weiteren Punkt in der Wertung gibt es dafür zwar nicht, dafür aber die dringende Empfehlung, sich die Musik einmal anzuhören – der Link zur Website findet sich oben.

17.12.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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