Machinae Supremacy - Rise Of A Digital Nation

Review

Den Kultstatus, den die Schweden MACHINAE SUPREMACY genießen, haben sie sich verdient. Nicht nur wegen der unglaublichen „Giana Sisters“-Version, die die Band vor gefühlten Urzeiten legendär gemacht hat, sondern sicher auch, weil sie eine der ersten Kapellen waren, die ihre professionell produzierte Musik kostenlos im Internet zur Verfügung stellten. Damit haben sie der doch deutlich janusgesichtig wirkenden Piratin Julia Schramm übrigens schon vor Jahren so einiges voraus gehabt.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile auch schon seit 2006 veröffentlichen MACHINAE SUPREMACY ihre Musik ganz unrebellisch via Spinefarm Records, und das auch nicht mehr umsonst. „Rise Of A Digital Nation“ ist bereits das in Labelregie in der gewohnten Zweijahrestaktung erscheinende vierte Album. Und so langsam muss man leider sagen – so cool der SID-Chip des seligen C64 auch über 30 Jahre nach seiner Entwicklung klingt, und so klasse er sich in das Gefüge technisch anspruchsvoller Modern/Heavy Metal-Songs einpasst – allmählich nutzt sich die Attraktivität dieser Stilmischung ab. „Rise Of A Digital Nation“ ist ein geradezu klassisches MACHINAE SUPREMACY-Album: Zehn recht gleichförmige, kurzweilige Stücke, sehr gitarrenbasiert und darin durchaus enorm anspruchsvoll, das Schlagzeug groovig und im schmissigen Midtempo gehalten, dazu Robert Stjärnströms sehr markante cleane Gesangsstimme. Letztere wirkt auf diesem vierten Album erstaunlicherweise recht eindimensional eingesetzt und mir persönlich oft zu wenig bissig. Gerade in einem sehr gelungenen Groovemonster wie „Transgenic“ würde man sich wünschen, dass da ein bisschen mehr Variation drin wäre.

Die Nutzung des SID-Chipsounds, auf dem Vorgänger „A View From The End Of The World“ im Vergleich zu frühen Songs der Band deutlich zurückgefahren, erhält hier wieder mehr Raum, etwa in dem vor allem im Refrain etwas GREEN DAY-lastigen „Pieces“, in dem der SID den Song anführt und den Hörer akustisch durch ein spannendes imaginäres Level begleitet. Ein ähnliches Kaliber ist das folgende „Republic Of Gamers“, das sich aus dem Industrial-Vorspiel „Cyber Warfare“ heraus zu einem typischen MACHINAE SUPREMACY-Stück entwickelt. Deutlich „Last Ninja“-artig (sehr geil!) beginnt „99“, das leider ansonsten recht blass bleibt – ganz im Gegensatz zu dem starken Rausschmeißer „Hero“.

Darin offenbart sich deutlich die schwankende, aber trotzdem immer noch überdurchschnittliche Qualität von „Rise Of The Digital Nation“. Das hat eben auch eine negative Seite: Die Platte enthält weder Überraschungen noch wirkliche Hits, keinen einzigen herausragenden Song, sondern einfach zehn solide Tracks, von denen mindestens drei (komischerweise in der ersten Hälfte) absolut nicht zwingend sind. Interessant könnte noch die konzeptionelle Seite des Albums sein, bei der zwischen Kritik an der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft bis zum Aufruf zur Vereinigung der Spieler aller Länder eigentlich alles denkbar ist. Besonders, wenn man die Texte, wie ich, nicht kennt. Muss man aber auch nicht, das Album macht auch völlig unwissend genug Spaß.

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04.11.2012

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