Maestus - Deliquesce

Review

MAESTUS, lateinisch für betrübt oder niedergeschlagen, sind eine 2013 gegründete Band aus Portland / USA, die von Stephen Parker (PILLORIAN) gegründet wurde. Die Truppe besteht weiter aus Kenneth Parker (GRST, BATRAKOS), Sarah Beaulieu (ehemals NINTH LEVEL), Cordell Cline (ehemals DIMENSIONLESS) und Nathanael Kelley (BANEWREAKER, GRST). Nach dem Debütalbum „Voir Dire“ (2015) folgt nun das zweite Album „Deliquesce“. Vier Songs verteilt auf 50 Minuten Spielzeit, das verspricht epische Bandbreiten, hat man ja auch nicht selten bei Bands, die Death Doom Metal mit Black Metal kombinieren.

„Deliquesce“ von MAESTUS – es lebe die langsame Tristesse!

Der 15minütige Titelsong startet diesen düsteren, melancholischen Reigen und folgt dabei einem klar strukturiertem Aufbau. Bedächtig fängt er an, mit atmosphärischen Keyboards und anmutigem Piano, die Stimmung gleich drückend. Nach geduldigen zwei Minuten, Prog Fanatiker sind sicherlich schon raus, setzen zum Keyboard und Piano noch Schlagzeug, Bass und Gitarren ein, bei weiterhin schleppend kriechendem Tempo, Breitwand-Sound, gut! Dann die tiefen Growls und bösen Screams, die unter die Haut gehen, schnell (räusper) denkt man an die ersten beiden Alben von KATATONIA, aber MAESTUS klingen doch trostloser, wozu die zusätzlichen Ambient Hintergrundsounds beitragen. Das epische Stück enthält noch kurzzeitige Ausbrüche, monumentale Zwischenspiele, beklemmende Clean-Gitarren, das Ende erinnert stark an frühe EMPYRIUM, man schwelgt in Nostalgie und Melancholie. Es wird noch schwärzer, „Black Oake“ enthält deutlich mehr Black Metal, das Tempo wird häufiger angezogen und mit Doublebass unterlegt, kontrastiert vom langsamen Synthie, und auch hier sind wieder die Vorbilder EMPYRIUM klar herauszuhören. Die stärksten Kontraste in den Klangwelten von MAESTUS gibt es ausgerechnet im kürzesten Song „The Impotence Of Hope“. Am Anfang setzt die Band entspannt, sphärisch und stimmig auf Piano, Synthesizer und cleane Gitarren, dann kommt der Breitwand-Sound, das sind die melancholischen Leads, die Atmosphäre wird getragener und dichter. Gekeife und Klargesang lassen das sich stetig anwachsende Stück noch emotionaler wirken. Ein Wechselspiel aus tosend wuchtigem Black Metal und doomiger Traurigkeit. Das abschließende „Knell Of Solemnity“ kann das vorherige Niveau nicht ganz halten. Distortion-Gitarren treffen auf Ambient-Sounds und triste Atmosphäre. MAESTUS schaffen es, über die gesamte Spielzeit von „Deliquesce“ die Dynamik, Spannung, den Songfluss als auch desolate Atmosphäre zu halten, wobei diese tonnenschweren und nicht gerade eingängigen Longtracks wirklich keine leichte Kost sind und den Hörer fordern. Die gerade im Doom Metal oftmals vorherrschende Monotonie ist jedenfalls nicht ihr Ding. Der Black/Death Doom Metal von MAESTUS zeichnet sich durch die breite Verwendung von Keyboards sowie einen Hang zu Theatralik aus. Manchmal übertreiben es die Amis dabei ein wenig, aber alles im grünen bzw. schwarzen Bereich. Neben den bereits genannten Bands schimmern immer wieder noch AHAB und SHAPE OF DESPAIR als Einflüsse durch. Die Produktion, Markus Stock (EMPYRIUM, SUN OF THE SLEEPLESS, THE VISION BLEAK) kümmerte sich um den Mix und das Mastering, ist zeitgemäß kraftvoll und transparent. „Deliquesce“ ist ein in sich stimmiges, ausgewogenes Album, das nie den roten Faden verliert und mit viel Atmosphäre punktet.

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19.02.2019

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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1 Kommentar zu Maestus - Deliquesce

  1. ClutchNixon sagt:

    Starke Platte liebe Maestus, aber wen wundert es, kommt man doch als Band in Portland bereits mit schlechter Laune, Wut, Trauer und einer gehörigen Portion Furcht auf die Welt. Da ist wahrscheinlich irgendetwas im Wasser. Und jetzt ne Runde Tragedy zum wütend werden.

    8/10