Mastodon - Once More 'Round The Sun

Review

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Es gibt wohl nur wenige Bands, die in den vergangenen zehn Jahren auf eine derartige Erfolgsgeschichte zurückblicken können, wie sie die US-Amerikaner MASTODON geschrieben haben. Zunächst als Geheimtipp im experimentellen Sludge-Segment gefeiert, hat sich der Vierer aus Atlanta mittlerweile zur internationalen Metal-Größe gemausert, die sowohl Musikerkollegen als auch Kritiker in schöner Regelmäßigkeit zu neuen Lobesstürmen hinreißt.

Nach dem verkopften Prog-Metal-Meilenstein „Crack The Skye“ verordneten sich MASTODON für ihr füntes Werk „The Hunter“ zuletzt eine hörbare Kurskorrektur. Überraschend simpel, aufgeräumt und direkt waren die Songs auf einmal gestrickt – dabei allerdings keinen Deut weniger großartig.

Um es vorwegzunehmen: Auch auf dem neuen Studiowerk „Once More ‚Round The Sun“ wird dieser Weg weiterverfolgt. Insbesondere das erste Drittel der Platte stellt sich als ausgesprochen geradlinig heraus. Ob nun der melancholisch rockende, mit wuchtiger Stoner-Note ausgestattete Opener „Tread Lightly“, das leichtfüßige „The Motherload“ oder das bereits vorab veröffentlichte „High Road“ – MASTODON präsentieren sich anno 2014 refrainlastiger und hörerkompatibler denn je – ohne dabei allerdings auf die typischen Trademarks zu verzichten. Nach wie vor ziehen die Songs ihren Reiz aus flirrenden Gitarren, cleverer Rhythmik, den kehligen Gesängen der Herren Hinds, Dailor und Sanders sowie den immer wiederkehrenden tonalen Ausflügen fernab handelsüblicher Skalen. Dabei spielen MASTODON ihre ganze Klasse aus und umgarnen die prägnanten und diesmal bemerkenswert eingängigen Refrains mal mit erdig-vehementer, dann wieder mit verspielt-eigenwilliger Riffarbeit.

Im weiteren Verlauf der Platte geht es dann zunehmend abwechslungsreicher zu Werke. Vor allem das zwischen düsteren Psychedelic-Parts und flott-kernigem Sludge pendelnde „Chimes At Midnight“, das phasenweise herrlich ruppige „Feast your eyes“ sowie das experimentell angehauchte „Aunt Lisa“, bei dem von progressiv-verkorkster Rhythmik bis hin zum zünftig groovenden Thrash-Riff mit weiblichem Gastgesang ein beeindruckend breites Spektrum geboten wird, lassen aufhorchen. Das verträumte „Asleep In The Deep“ wiederum ist so etwas wie die Quasi-Ballade der Platte, hier stehen – diverse ruppige Einsprengsel ausgenommen – vor allem ausufernde Atmosphäre und psychedelisches Ambiente im Vordergrund. Und so poppig und vorhersehbar der Refrain dieses Stückes auch ist – er passt eben auch wie die oft bemühte Faust aufs Auge.

Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang jedoch auch, dass einige wenige Songs – wie beispielsweise der etwas schnöde Titeltrack – nicht über die volle Distanz fesseln können. Das liegt in erster Linie daran, dass man hin und wieder das Gefühl hat, dass sich MASTODON die Sache dann doch zu einfach gemacht haben. Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Zwischenteil, fertig. In vielen Fällen ist dies natürlich viel zu pauschal gedacht und auch schlichtweg falsch – führt man sich die zwar auf den ersten Blick simplen, aber dennoch mit gehöriger Tiefe (Stichwort: „Wall Of Sound“) ausgestatteten Songstrukturen vor Augen. In vielen Fällen stimmt es aber eben auch. Denn MASTODON haben in einigen Phasen von „Once More ‚Round The Sun“ leider ein wenig von jener Spannung und Eigenständigkeit eingebüßt, die sie bislang auszeichnete.

Das tut der Hochklassigkeit und dem Suchtfaktor der Scheibe am Ende allerdings keinen Abbruch. Weil diese Scheibe dennoch unverkennbar nach MASTODON klingt, diverse großartige Songs bietet – und diese Herrschaften erneut eindrucksvoll beweisen, dass es auch in Zukunft ganz schwer sein wird, an ihnen vorbei zu kommen.

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07.07.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

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