Memory Driven - Relative Obscurity

Review

Ein ganz schön eigenständiges Süppchen kochen MEMORY DRIVEN aus den USA auf ihrem Debütalbum „Relative Obscurity“. Die Band mischt munter Doom Metal, Post Rock, Alternative und progressive Klänge, dass es eine wahre Freude ist. Und klingt dabei modern und traditionell zugleich.

Fühle ich mich an manchen Stellen an Anfang der Neunziger erinnert, an welchen ein wenig SOUNDGARDEN und ALICE IN CHAINS goes Doom durchschimmern, oder in die seeligen Achtziger und Siebziger, wenn die BLACK SABBATH und TROUBLE Vibes erklingen, bauen MEMORY DRIVEN an anderen Stellen wieder moderne Soundcollagen ein, die man so sicherlich nicht erwartet. Die Amis verleugnen ihre obengenannten Einflüsse (zu welchen ich mal ganz frech noch FATES WARNING, QUEENSRYCHE, DEAD SOUL TRIBE noch hinzuzähle) nicht, kupfern aber nicht nur stumpf ab, sondern verschmelzen scheinbare Gegensätze spielend leicht, auf ein wenig obskure Art und Weise, miteinander. Da gibt es dann zuhauf spacige, psychedelische Parts, hypnotisch einlullende Stellen, fette Gitarrenwände, wummernde Bässe, rhythmisches Grollen, sehr variables, teils vertracktes Schlagzeugspiel, elektronischen Ambient-Sounds, gefühlsbetonten, mittelhohen Gesang. Nichts stört den Fluss des Albums, welches überaschenderweise überhaupt nicht zusammengewürfelt klingt, lediglich das eine oder andere Zwischenspiel ist nicht wirklich zwingend. Durch die Bank klingen die Stücke recht düster und latent melancholisch, das Tempo variiert zwischen zäh schleppend bis teilweise sogar recht flottem Groove. Der Gesang spielt nicht wirklich eine tragende Rolle, die instrumentalen, teils recht verspielten Parts sind sehr lang.

Einige Stücke sind etwas sperrig strukturiert, was den Zugang natürlich nicht gerade einfach macht. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, von der Norm abweichende Strukturen, doch hat eben dies gerade auch seinen Reiz. Keine leichte Kost für zwischendurch. Vielleicht ist einigen von euch Bandkopf Dennis Cornelius auch durch sein Schaffen bei REVELATION, DWELL WITHIN, PLACE OF SKULLS oder OVERSOUL bekannt. Gerade mit letzteren haben MEMORY DRIVEN doch einiges gemein.

MEMORY DRIVEN sitzen zwischen den Stühlen und gefallen sich offensichtlich auch ganz gut dabei. Mir gefällt es auch.

10.09.2009

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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