Molassess - Through The Hollow

Review

Das ist es also, das lang erwartete Debüt von MOLASSESS, der Band um Farida Lemouchi, Ron van Herpen, Oeds Beydals und Job van de Zande. Richtig gelesen, alles Namen, die bereits von THE DEVIL’S BLOOD bekannt sind. Einer Band, die wie kaum eine andere die harte Rocklandschaft der späten Nuller- und frühen Zehnerjahre aufmischte – kontrovers hin oder her. Vorweg sei gesagt: Ja, es gibt Gemeinsamkeiten mit der Band des verblichenen Bruders Faridas, Selim Lemouchi, doch bestehen auch herbe Unterschiede und diese überwiegen. MOLASSESS ist keine Nachfolgeband und sollte trotz personeller Kontinuität eigenständig betrachtet werden.

MOLASSESS: Keine reine Nachfolge-Band, keine Reunion

Nun ist es ja im Rock und Metal ähnlich wie in der Pop-Musik ein weit verbreiteter Fauxpas, Bands allein aufgrund stimmlicher Ähnlichkeiten oder gleicher Sänger*innen ohne mit der Wimper zu zucken eine generelle Nähe zu unterstellen. Farida Lemouchis Stimme – seit jeher schon ein klassisches ‘Love it or hate it’-Ding – ist so einzigartig, dass es sehr leicht fällt, zunächst an THE DEVIL’S BLOOD zu denken. Auch MOLASSESS spielen natürlich Psychedelic Rock, der hin und wieder schallhaft aus der Ruhe bricht, doch allein die unterschiedlichen Köpfe hinter dem Songmaterial machen sich deutlich bemerkbar.

“Through The Hollow” ist ein sehr abwechslungsreiches Album. Es beweist, Psychedelic Rock ist nicht allein für verdrogte Hippies oder Friede-Freude-Eierkuchen-Esoterics gemacht. Es gibt sehr ‘klassisches’ Material wie “Through The Hollow” und “Get Down From Under”, Funkiges in “Death Is” und eine enorm coole Art Death-Saloon-Nummer namens “Corpse Of Mind”. In seiner beklemmend minimalistischen Atmosphäre gewiss ein Highlight von “Through The Hollow”.

Zuletzt müssen THE DEVIL’S BLOOD ironischerweise doch noch mal erwähnt werden. So ließen MOLASSESS verlauten, dass der (übrigens großartige) Schlusssong “The Devil Lives” aus einer Rohfassung aus der Feder von Selim geschmiedet wurde. In der Tat trägt “The Devil Lives” auffällig vertraute Züge, vor allem hinsichtlich der Gitarrenarbeit. Und wäre es nicht sehr passend, wenn mit Text und Titel möglicherweise der freiwillig aus dem Leben geschiedene Gitarrenheld selbst gemeint ist?

“Through The Hollow” – eigenständiges Debüt mit kleinen Schwächen

“Through The Hollow” ist stark und eigenständig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass MOLASSESS in Zukunft noch richtig abliefern werden. Aktuell kränkelt es nur ein wenig an der Tatsache, dass im Verlauf des Albums kleine Längen nicht von der Hand zu weisen sind (“Formless Hands” oder “Tunnel” etwa). Entweder hätte der eine oder andere Song etwas gekürzt werden können oder MOLASSESS hätten “Through The Hollow” vielleicht insgesamt mit einem Stück weniger auskommen lassen können. Nichtsdestotrotz: Farida und ihre Jungs wissen zu be- und verzaubern.

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22.10.2020

Redakteur

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1 Kommentar zu Molassess - Through The Hollow

  1. royale sagt:

    die Scheibe hat ihre Momente, aber unbewusst ist man dann doch immer am vergleichen. Hab mir das Album geholt und ja es ist okay, aber ohne die Vorgeschichte, hätte ich mir das Album vielleicht nicht geholt