Moontowers - Lethal Messiah

Review

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass sich bei MOONTOWERS das “Who is Who” der Koblenzer Szene versammelt: allen voran natürlich Gitarrist Kuschke aka. Infernal von DESASTER sowie Fabio von SECUTOR am Bass, Kratz von METAL INQUISITOR an den Drums und BLUESIDE-Frontmann Dirk Dommermuth an Gesang und Gitarre. Der vom geschätzten Kollegen Thorbrügge im Rahmen der Rezension zum Vorgänger “Crimson Harvest” angesprochene Vergleich mit CANDLEMASS und MANILLA ROAD mit großer eigenständiger Note trifft auch auf das nun erscheinende Zweitwerk “Lethal Messiah” zu.

MOONTOWERS: Echtes Bandfeeling

Trotz des “allstar”-mäßigen Namedroppings vermitteln MOONTOWERS das Feeling einer echten Band mit Underground-Ethos. Gleichzeitig pflegt “Lethal Messiah” bei der Produktion und dem Artwork professionelle Tugenden. Vor allem der Sound des Albums ist im instrumentalen Bereich ein wahrer Genuss. Minuspunkte gibt es leider dafür, dass der Gesang im Verhältnis aufdringlich laut gemischt wurde und die eigentlich vorhandene Homogenität aus dem Rahmen zerrt. Zumal sich Dommermuth in seiner Rolle als Epic-Doom-Sänger gut macht. Er ist nur eben kein Messiah Marcolin oder Robert Lowe, was absolut in Ordnung geht, aber einem per se sehr guten Song wie “Leviathan” nicht gut tut.

Die anvisierte Zielgruppe sollte das jedoch nicht besonders stören. Perfektion killt ja bekanntlich den Vibe! Der ungünstige Mix vermag auch nicht darüber hinwegzutäuschen, dass der packende Opener “Towerlords”, der Galoppritt “Kenoma” oder der epische Abschluss “Prometheus” tolle Songs mit starken Riffs bieten, die der Slo-Mi-Fangemeinde sehr gut reinlaufen werden. Besonders spannend ist, dass man Kuschkes Stil in der Gitarrenarbeit deutlich heraushört, obwohl es zwischen Epic Doom und Blackened Thrash äußerlich nur wenige Gemeinsamkeiten gibt. Aber hört euch beispielsweise den Titelsong oder “Towerlords” an und ihr findet so einige DESASTER-Riffs auf fünfundzwanzigprozentiger Geschwindigkeit.

“Lethal Messiah” – Gutes Album, diskutabler Mix

Mit “Lethal Messiah” ist MOONTOWERS ein hochkarätiges Epic-Doom-Album gelungen, dessen Genuss auf Dauer leider durch den unbalanciert dominanten Gesang im Mix geschmälert wird. Subjektiv natürlich, denn man kann das natürlich ganz anders wahrnehmen und dann ist das Album volle acht Punkte wert. Wer “Crimson Harvest” schon gut fand, sollte sich auch “Lethal Messiah” anhören.

05.06.2026

Redakteur

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