Motorowl - This House Has No Center

Review

Galerie mit 13 Bildern: Motorowl - Party.San Metal Open Air 2022

MOTOROWL wurden mir von den Kollegen Sven und Mirko vor ein paar Wochen für die Review zugeteilt, obwohl meine Lust auf singende Psychedelic-Hippies und Bands mit “Motor-” im Namen zunächst eher gering ausfiel. Aber Sekunde, war das nicht die Erfurter Band, die Sven und mich auf dem Party.San 2022 nach Nächten voller musikalischem Geprügel beim Frühschoppen im Zelt so positiv überraschte? Sie waren es, daher muss sich der Rezensent an dieser Stelle beim Plattenverteiler-Team bedanken: Ohne euch hätte ich nicht nur MOTOROWL aus den Augen verloren, sondern schlimmstenfalls diese fantastische Platte ignoriert.

Wir drücken die Daumen für den Durchbruch, MOTOROWL!

‘Singende Psychedelic-Hippies’ trifft auf MOTOROWL natürlich eh nicht so ganz zu. Das Quintett spielt wie bisher seine ureigene Mischung aus Classic Rock, Prog, 70s Psychedelic, Doom und Alternative mit packenden, düsteren Melodien. Auf “This House Has No Center” kultivieren sie diesen Stilmix zu einer fesselnden, eigenen Ästhetik und liefern eine durch und durch spannende Platte ohne Ausfälle. Die sechs Jahre, die seit dem Vorgänger “Atlas” ins Land zogen, wurden zu großen Teilen auf alle Fälle in ein schlüssiges und unglaublich abwechslungsreiches Songwriting investiert.

Stücke wie “All Bells Ring” oder “Future Nostalgia” gehen mit ihren unwiderstehlichen, außergewöhnlich cleveren Hooks sofort ins Ohr und nisten sich dort langfristig ein. Immer wieder ist es der Gitarre spielende Sänger Max Hemmann, der mit seiner charismatischen, zwischen Magnus Pelander (WITCHCRAFT) und Raven van Dorst (DOOL) rangierenden Stimme sowie seinem Gespür für zwingende Melodien beim Hören in seinen Bann zieht. Ähnlich wie die gerade genannten Niederländer:innen, haben MOTOROWL ein Talent dafür, trotz unschlagbarer Catchiness Details in den Arrangements zu platzieren, die der Platte Langlebigkeit und Finesse verleihen.

Zudem ‘erlauben’ sich MOTOROWL auf “This House Has No Center” eine beeindruckende Vielseitigkeit. Egal, ob sie wie in “Lightweight Champion” mit leichten Doom-Elementen spielen, in “Fences” verträumten Modern-Prog zwischen RIVERSIDE und PORCUPINE TREE einschieben oder in der Hymne “Lie To The Creator” Ausflüge Richtung Post Punk wagen und dabei auch auf einem Billing mit beispielsweise GRAVE PLEASURES nicht unangenehm auffallen würden – es klingt einfach zu einhundert Prozent nach MOTOROWL. Dabei sind MOTOROWL für Metal-Fans auch deswegen interessant, da sie sich stets in einem düster-melancholischen Stimmungsrahmen bewegen und ihre Songs mit einer angenehmen Dosis Pathos würzen.

“This House Has No Center”, dafür aber eine Menge Klasse.

Denn trotz massivem (immer geschmackvollem) Einsatz der Hammond-Orgel und gelegentlichen Psychedelic-Einsprengseln (“No Center”), leben MOTOROWL eindeutig in unserer Zeit. Die Musikgeschichte seit den späten 1960ern bis in die Gegenwart wird oft liebevoll zelebriert und zitiert, aber niemals stumpf kopiert. Unterstützt durch eine großräumige und warme Produktion aus den Off-The-Road-Studios in Leipzig machen MOTOROWL mit bemerkenswerter Sicherheit einfach ihr eigenes Ding, was ihnen hoffentlich zum baldigen, absoluten Durchbruch verhilft. Wenn die Musikindustrie auch nur einen Funken Gerechtigkeit hat, dann wird die Band das nächste große Ding.

09.02.2024

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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