Nashville Pussy - Up The Dosage

Review

NASHVILLE PUSSY begrüßen uns auf „Up The Dosage“ mit einer quirligen Farfisa-Orgel, begleitet von ekstatischem Fangeschreie. Auch wenn Hard Rock nicht mein bevorzugtes Genre ist, so schlecht kann das hier nicht sein. Gleich wird klar, dass die Band unter anderem von einer hervorragenden Produktion profitieren kann. Glasklar, druckvoll und einfach perfekt akzentuiert, dies macht schon mal richtig Spaß anzuhören. Das Quartett aus Amerika ist so was, wie die ABBA des Hard Rock und besteht aus zwei Männern und zwei Frauen, die gemeinsam ordentlich in guter alter Manier abrocken und heute noch genauso gestylt sind, wie vor 30 Jahren. Wer Hard Rock spielt und trotzdem schon Support für SLAYER, SLIPKNOT und SUICIDAL TENDENCIES war, ist entweder irre nett oder spielt einfach geile Mucke, die auch über die Genre-Grenzen überzeugen kann.

„Up The Dosage“ kommt direkt aus dem Bauch heraus, NASHVILLE PUSSY atmen Rock und genauso klingt es auch. Die kratzigen Chöre, die auch mit Frauenbegleitung noch genauso kratzig bleiben, klingen intuitiv und das vertonte Lebensgefühl steckt an. Inhaltlich wird jetzt nicht auf den nächsten Grimme-Preis hingearbeitet, aber die Texte sind niemals so platt, dass man es nicht ertragen kann, sondern eher mit einem guten Humor scharf gefeilt. „The South’s To Fat“ geht dermaßen nach vorne, dass man kaum glauben kann, dass die Band schon so lange im Geschäft ist. Wie ungezügelte Anfänger dreschen die Musiker nach vorne und liefern einen alten Sound im modernen Gewand. Schon beim folgenden „Before The Drugs Wear Off“ ist klar, dass sich die NASHVILLE PUSSY auch selbst nicht so ernst nehmen. Somit gibt es für den smoothigen Country-Song mit Bar-Klaviergeklimper noch einen dicken Punkt auf die Haben-Seite. Blaine Cartwright hat eine Röhre, wie sie nicht besser sein könnte. Er singt dreckig und trotzdem akzentuiert (meist Betonung auf die letzte Silbe!), sodass man jedes Wort verstehen kann und ihm vor allem jedes Wort glaubt. Benzin, Bier und Babes scheinen wichtige Eckpfeiler seiner Lebensphilosophie zu sein, Rocker-Image in seiner ursprünglichsten Form also! Die Damen der Band symbolisieren allerdings nicht ausschließlich die softe Seite der Band, sondern hauen bzw. zupfen sehr amtlich die Saiten oder steuern auch gerne mal deftige Background-Gesänge oder komplette Stücke wie „Taking It Easy“ bei. „Hooray For Cocaine“ bringt mich inhaltlich zum ersten Mal so richtig zum Lachen und macht NASHVILLE PUSSY noch sympathischer, noch dazu beamt einen dieser Track direkt in „good old America“ und schaltet intensives Kopf-Kino an.

LEMMY und DANKO JONES haben beide schon mit NASHVILLE PUSSY gezockt und genau die beiden Truppen, darf man auch gerne als Querverweise heranziehen. Leider kann ich nicht mit Vergleichen von alten Platten dienen, aber selbst mich als Nicht-Hard-Rock-Fan überzeugt „Up The Dosage“ komplett und ich fühle mich sehr gut unterhalten. Das liegt nicht nur an der hohen Qualität der Songs, sondern auch daran, dass man NASHVILLE PUSSY den Spaß und die Leidenschaft für Rock anhört.

 

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09.01.2014

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