Neonfly - The Future, Tonight

Review

Galerie mit 17 Bildern: Neonfly - Magnum - On The 13th Day Tour - 2012

NEONFLY haben mit ihrem dritten Longplayer „The Future, Tonight” ein Album aufgenommen, an dem sich wohl auch unter der Band wohlgesonnenen Zuhörern die Geister scheiden werden. Wurde auf den ersten beiden Alben schon teils extrem süßlicher Melodic Metal mit leichtem Symphonic-Einschlag und gelegentlichen Ausflügen in Richtung AOR geboten, so haben die Briten ihr Pop-Appeal hier nochmal enorm ausgebaut und werfen den Blick offensichtlich auf die Charts.

NEONFLY zwischen Drama und Zuckerwatte

Entsprechend sind NEONFLY auf „The Future, Tonight“ deutlich von ihrer ursprünglichen Nähe zu Bands wie KAMELOT oder DRAGONFORCE abgerückt und klingen nun wie eine Mischung aus LINKIN PARK und den letzten beiden Alben von ASKING ALEXANDRIA. Das hat mit harter Rockmusik geschweige denn Metal freilich nur noch am Rande zu tun.

Anstatt klar im Vordergrund zu stehen, dienen die Gitarren eher als Teil des rhythmischen Grundgerüsts und müssen sich die Bühne zunehmend mit Keyboards, Elektronik und dramatischen Streichern aus der Konserve teilen. Dazu liefert Frontmann Willy Norton eine zwar kompetente Gesangsleistung ab, der es allerdings an jeglicher Aggression fehlt und die teilweise derart gezuckert daherkommt, dass man auf Dauer Zahnschmerzen bekommt. Um glaubhaft Wut über die Zerstörung des Planeten durch den Menschen und ähnlich wichtige Themen rüberzubringen, taugt das eher weniger.

Da hilft es auch nicht, dass beim Titeltrack Björn Strid (SOILWORK, THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA) wohlwollend ins Mikro brüllt und Kaan Tasan (HEART OF A COWARD) zwei weiteren Nummern seine Shouts leiht. Beides soll wohl Härte vermitteln, geht angesichts der sonstigen Gefälligkeit der Stücke jedoch ziemlich unter.

Zu viel Füllmasse, zu wenig Substanz

Eine Orientierung hin zu einem massentauglicheren Sound ist ja nicht grundsätzlich etwas Schlechtes und NEONFLY befanden sich ohnehin seit jeher auf diesem Weg. Dann müsste aber wenigstens das Songmaterial mitreißen und auch wenn sich der ein oder andere Refrain tatsächlich klebrig in den Gehörgängen festsetzt, so rauscht ein nicht unerheblicher Teil der Stücke an einem Ohr rein und am anderen wieder raus.

Besonders auf der zweiten Albumhälfte wird man das Gefühl nicht los, dass die Songs sich wiederholen oder nur marginal von einander unterscheiden. Der dramatisch betitelte Rausschmeißer „The Things We Left Behind (And The Things That Slipped Away)” lässt aufgrund seiner schieren Rührseligkeit nochmal kurz aufhorchen, danach wird man allerdings mit dem Gefühl zurückgelassen, außer ein paar penetranten Songfetzen und einem Zuckerschock nicht viel mitgenommen zu haben.

Zugegeben, sehr professionell aufgezogen ist die ganze Geschichte schon. Mit Romesh Dodangoda hat man sich schließlich einen Produzenten geangelt, der bereits mit BRING ME THE HORIZON und MOTÖRHEAD gearbeitet und dem Album einen transparenten aber auch völlig generischen Sound verpasst hat. Die Songs sind außerdem derart zugänglich, dass NEONFLY mit „The Future Is Now“ sicherlich ein paar neue Fans in den äußersten Randgebieten harter Rockmusik abgreifen werden, die mit Metal eher selten konfrontiert werden. Selbst auf diesem Gebiet sind die Briten aber bestenfalls im Mittelfeld unterwegs und haben im Vergleich zu größeren Genre-Kollegen noch das Nachsehen.

 

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11.06.2021

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