Noekk - The Minstrel's Curse

Review

Schon zu Zeiten von EMPYRIUM hatten es Thomas Helm und Markus Stock nicht schwer, sich in die Herzen der Metaller zu spielen. Mit NOEKK legen sie den neofolkloristischen Umhang weitestgehend ab und treiben als Yugoth und Baldachin auf progressivem Rock mit Metal-Einflüssen seit 2005 weiter und bieten auf „The Minstrel’s Curse“ in vier Songs selten erlebte Abwechslung und Vielfalt.

Durch facettenreiche Arrangements zwischen Hardrock, progressivem Rock, 80er-Heavy Metal und melancholischem Doom, unterstützt von der passionierten Opernstimme Thomas Helms, ist es kaum kurzzufassen, was auf „The Minstrel’s Curse“ passiert. In 35 Minuten zeigen sich NOEKK von ihrer bekannten, perfektionistischen Seite und gehen auf „The Minstrel’s Curse“ auch mit viel Klassik ans Werk. Der Wassergeist NOEKKs ist stets agil und taucht nach flutartigen Tempi in ruhigeren Gewässern, um die Melodien abermals umzuschmeißen und aus einem Song fast ein ganzes Theaterstück machen. Grund dafür ist unter anderem auch Thomas Helm, der seine stimmliche Vielfalt beweist, denn neben dem tiefen Timbre der (mir zu) pathoserfüllten Opernstimme kommt auch typischer Schwermetallgesang und ein leichter Hauch von tiefgrowlenden Einlagen zum Vorschein. Das Duo beweist erneut, dass Musik keine Struktur und kein Schema haben muss. Dieser Strudel, um bei dem Element des Nöcks zu bleiben, hinterlässt bei dem Zuhörer am Anfang durchaus ein wirres Geflecht an Eindrücken. Dies mag sich für den ein oder anderen zu kompliziert oder anstrengend anhören. Atmosphäre und Epik kann man NOEKK aber nicht absprechen.

Es gibt unglaublich viel zu entdecken, da die Grenzen bei NOEKK wahrlich fließend sind. Eine Schublade zu öffnen wäre daher ein fatales Unterfangen. Einzige Kritikpunkte sind die kurze Spielzeit von 35 Minuten, die bei einem Longplayer doch recht mager sind. Schwer ins Ohr gingen mir manche dissonanten Töne, die beim ständigen Wechsel der Melodien entstanden und es daher so schwer zugänglich gemacht hat. Abenteuerlustige Hörer sollten, wenn sie es nicht bereits getan haben, „The Minstrel’s Curse“ auf jeden Fall Aufmerksamkeit schenken. Prophecy Productions haben NOEKK passend als „mystisch und unvorhersehbar“ bezeichnet und dem schließe ich mich an.

20.02.2008

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