Pennywise - Yesterdays

Review

Galerie mit 15 Bildern: Pennywise - With Full Force 2012

„Yesterdays“, das neue Machwerk der US-Punks PENNYWISE, ist ein Grenzfall zwischen wirklichem, echten, neuen Studioalbum und Compilation im modernen Soundgewand. Warum das so ist? Drei der elf regulären Songs erschienen bereits zwischen 1989 und 1993 in anderen Versionen, der Rest war zwar bisher nirgendwo zu hören, stammt jedoch aus der Feder des 1996 verstorbenen, ehemaligen Bassisten Jason Matthew Thirsk, muss also wohl irgendwann in den 90ern zu Papier gebracht worden sein. Taufrisch ist anders. Dennoch, die Band spricht von ihrem elften Studioalbum. Also gut, dann wird es sich auch an seinen Vorgängern messen lassen müssen.

Konsequenterweise wurde dem Werk ein collagenhaftes Retrocover inklusive Kassette und Surfer verpasst, geschmackvoll gestaltet ist es aber durchaus. Eine Information zum Aufhorchen gibt es aber noch, bevor ich ins Inhaltliche gehen möchte: „Yesterdays“ stellt eine Art Comeback für Jim Lindberg dar, der PENNYWISE 2009 vorübergehend verlassen und das Mikro Zoltán Téglás (IGNITE) übergeben hatte. Das Neue bleibt also beim Alten im Hause PENNYWISE, und das in fast jeder Hinsicht.

Musikalisch bietet „Yesterdays“, wer hätte es gedacht, durchgehend simplen, melodischen und sehr traditionellen Punk Rock. Aber von den RAMONES über MOTÖRHEAD bis zu AC/DC haben ja schon so einige bewiesen, dass Innovation kein Muss ist, wenn man innerhalb des engen musikalischen Radius Qualität liefert. Die Referenzen bleiben also die gleichen: BAD RELIGION, ein bisschen ANTI-FLAG, ein wenig BLINK 182, wo PENNYWISE drauf steht ist auch PENNYWISE drin.

Und die Qualität? Einzelne Songs herauszupicken wäre hier eine sehr müßige Angelegenheit. Festhalten lässt sich, dass die knappen 30 Minuten sehr kurzweilig und unterhaltsam verfliegen. Ein Riff für Vers, eines für den Chorus, mal ein Bassintro („What You Deserve“), mal eine einprägsame Gitarrenmelodie („Thanksgiving“), das ist definitiv Punk Rock. „She’s A Winner“ überrascht kurz mit einem verhältnismäßig langen, Reggae-beeinflussten Intro, wird jedoch nach genau einer Minute zum erwarteten Punk-Gassenhauer. Auch wenn ich Téglás für den besseren und interessanteren Sänger halte, macht Jim Lindberg seine Sache doch sehr ordentlich. Der Mann singt klar, aber mit der nötigen Intensität und haut ein paar starke Melodien raus. Willkommen zurück!

Insgesamt ist „Yesterdays“ trotz der unterschiedlichen Schaffensphasen, in denen die Songs entstanden sind, ein homogenes Werk geworden, das sich nicht hinter dem restlichen Backkatalog von PENNYWISE verstecken muss. Einmal mehr gibt es hier guten, alten Punk Rock in Reinform, nicht mehr und nicht weniger.

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16.07.2014

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1 Kommentar zu Pennywise - Yesterdays

  1. Bluttaufe sagt:

    Gemessen am Vorgänger „All Or Nothing“ mit Zolti am Gesang) hinkt „Yesterdays“ natürlich hinterher. Zumal die Stücke ja noch aus den Anfangstagen der Kalifornier stammen. Ich bin mir nicht sicher aber mir ist nur „No Way out“ von der 1989er EP „A Word From The Wise“ vorher bekannt gewesen.
    Wer sich an den knalligen Melodic Hardcore/Punk Sound von PENNYWISE über die Jahre gewöhnt hat, könnte hier enttäuscht werden. Denn hier geht überwiegend der Punk ab.
    Nach einer halben Stunde ist der Spaß dann auch vorbei und man bekommt als Bonus einen Ü-Raum Auftritt von ’89 auf die Lauscher. Im authentischen Klanggewand.
    So gesehen ein starkes Album, welches man sich sehr schnell satt hört. Aber gerade deswegen zieht man es oft aus dem Schrank.

    8/10