Poema Arcanvs - Stardust Solitude

Review

Bereits seit 1997 sind POEMA ARCANVS aus der chilenischen Hauptstadt Santiago aktiv, ihre Wurzeln reichen sogar noch deutlich weiter zurück. Auf immerhin fünf Longplayer haben es die Doomster mittlerweile gebracht, mit denen aber noch kein wirklicher Durchbruch erreicht werden konnte. Liegt es an der für das Genre eher ungewöhnlichen Herkunft der Band? Mit Full-Length-Paket Nummer sechs versucht es die Band auf ihrem neuen Zuhause Transcending Obscurity Records nun erneut. Ist „Stardust Solitude“ endlich der entscheidende Impulsgeber für das Quartett?

POEMA ARCANVS – Unauffällig bis eintönig

Der erste Wow-Moment ist bereits das verträumt-atmosphärische Intro des Titeltracks, das sanft auf die kommende Schwermut vorbereitet um dann stimmig in den eigentlichen… Was zur Hölle? Von einer Sekunde auf die andere wummert die Band in voller Stärke los. Überraschungen sind ja nicht schlecht, aber an dieser Stelle wirkt das einfach unpassend, und das für sich wunderschöne Intro wirkt wie ein Fremdkörper, der nicht zum Rest des Songs gehört. Aber Schwamm drüber, vielleicht kann der Rest der Platte ja trotzdem was.

Frontmann Claudio Carrasco Garcia gibt erst einmal einen wirklich mehr als passablen Growler ab. Sein häufig verwendeter Klargesang ist rein technisch auch nicht verkehrt, kommt oft getragen mit Gothic-Schlagseite daher, was durchaus zum Rest der Musik passt. Leider ist das Schreiben packender Gesangslinien offenbar nun wirklich nicht seine Stärke – so nölt er die meiste Zeit unauffällig und vor allem auf die immer gleiche Art und Weise vor sich hin, weshalb schnell Langeweile aufkommt.

Leider ist auch der Sound alles andere als perfekt. Große Dynamik sucht man im eher breiig verwaschenen Mix vergebens. Während das noch irgendwie als Old-School-Authentizität verbucht werden kann, ist der Drumsound aber wirklich eine ziemlich unerfreuliche Angelegenheit. Die Bassdrum wummert dumpf vor sich hin, während die Snares trocken bis pappig einfach keinen Druck machen können.

Das alles klingt jetzt vielleicht katastrophaler als es letztlich ist, denn natürlich sind auch durchaus gute Ideen vorhanden, die sich aber eben in etwa die Waage mit den eher unschönen Aspekten halten. Wenn man dann wirklich großartige, deutlich jüngere Bands dagegen hält, wie FVNERAL FVKK oder DÉCEMBRE NOIR und sogar wiedererstarkte Genre-Größen à la MY DYING BRIDE oder ganz besonders PARADISE LOST betrachtet, wird einfach deutlich, wie groß der Qualitätsunterschied tatsächlich ausfällt.

Versinkt im großen Durchschnitt – „Stardust Solitude“

POEMA ARCANVS sind lange genug dabei, dass ihnen rein technisch so schnell keiner etwas vormacht. Auch für „Stardust Solitude“ gilt, was bislang für die Chilenen galt: Songwriting-Genies sind nicht gerade an ihnen verloren gegangen. So plätschert die Platte irgendwo im Fahrwasser von Klassikern wie MY DYING BRIDE vor sich hin, ohne deren Niveau zu erreichen.

Die atmosphärischen Passagen, wie zu Beginn von „Haven“ oder packende Soli wie in „Pilgrim,“ können eigentlich durch die Bank überzeugen, kommen aber einfach zu selten zum Einsatz. Stattdessen regiert furztrocken abgemischter Doom mit oft recht uninspiriertem Gesang. Eine Mischung, die die üppige Spielzeit von fast einer Stunde einfach nicht ausfüllen kann. Absolute Hardcore-Doom-Maniacs sollten reinhören, aber ansonsten gilt ganz klar: Gerade im Moment gibt es in diesem Bereich einfach zu viel besseres, POEMA ARCANVS erhalten bestenfalls das Prädikat „solide“ und versinken damit im großen Durchschnitt.

22.08.2020

Time doesn't heal - it only makes you forget.

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