Revel In Flesh - Relics Of The Deathkult

Review

Galerie mit 16 Bildern: Revel In Flesh auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Compilations, Best-Of’s usw. machen ja oft eigentlich nicht wirklich Sinn. Warum ist das im Fall von REVEL IN FLESH’s „Relics Of The Deathkult“ anders, Herr Haubersson [Sänger Ralf Hauber]? „Es handelt sich quasi um rares, bisher nur auf Vinyl veröffentlichtes Material, das in dieser Form nun erstmals komplett auf einem Release zugänglich gemacht wird. Es ist wie ein fünftes Album, welches zwischen den regulären vier Longplayern geschrieben wurde.“ Nun denn, dann betrachten wir dieses Machwerk auch unter diesem Aspekt mal etwas genauer.

Die Knochen brechen und auf geht’s ins Gemetzel. Wie gewöhnlich setzen REVEL IN FLESH auf feine Strukturen, bleiben dabei jedoch stets nachvollziehbar. Dabei ist man abwechselnd mal eher schleppend oder aber rasanter unterwegs. In ihrem Sound verwursten die Herren wie immer gekonnt schwedische, amerikanische und resteuropäische Einflüsse. Das Grundrezept ist also eigentlich recht simpel: Nur die besten Zutaten nehmen. Aber trotzdem muss dann die Mischung passen, und das tut sie auch auf dieser Compilation mal wieder.

Ach ja, REVEL IN FLESH spielen ja bekanntlich Old School Death Metal. Ach nee, sag bloß, was für eine Neuigkeit! Aber kann man ja ruhig mal erwähnen. Und wer dafür tatsächlich noch einen Nachweis benötigt, der möge sich doch einfach den Songtext von „Deathkult“ zu Gemüte führen. Stellvertretend ein paar Zitate daraus: „Reborn in blasphemy… When the sky turns black… Realm of chaos… Left hand path… Reek of putrefaction… Nothing but death remains… Death shall rise… Last one on earth… Cross the styx… Into the grave.“ Und so weiter, und so fort. Noch Fragen? Klares Nein, damit ist eigentlich bereits alles gesagt. Hammer-Song, Hammer-Text!

Mit dem Covern unsterblicher Klassiker hingegen tut man sich ja eher selten einen großen Gefallen. Zu gewaltig und übermächtig sind da ja schon die Originale. Oder, Herr Haubersson? „Es ging uns darum, den Originalen unseren eigenen Soundanstrich zu geben. Wir haben die Tracks quasi ’schwedifiziert‘ oder durch den REVEL-Fleischwolf gelassen, nenne es wie Du willst. Ich denke, unsere Handschrift ist da klar zu erkennen. Der Rest ist Ansichtssache.“ Eben, und REVEL IN FLESH dürfen das, denn die sind ja auch selber leidenschaftliche Fans und wollen einfach nur ihren Vorbildern huldigen. Und so sind „Pay To Die“ (MASTER) und „Mutilation“ (DEATH) musikalisch ganz sicher gut umgesetzt, keine Frage. Dennoch passt zu diesen Songs der Gesang von Paule Speckmann bzw. Meister Chuck himself ganz einfach besser. Kann man aber trotzdem schon mal so machen. Das HEADHUNTER D.C. Cover „Deny The Light“ hingegen trifft die schwäbische Combo wesentlich besser. Denn erstens versucht man sich hier eben nicht an einem übergroßen Vorbild, sondern „nur“ an einer kultigen Kapelle aus Brasilien. Und zweitens bleibt man zwar auch hier nahe am Original, fügt dem Ganzen jedoch eine feine eigene Note hinzu.

REVEL IN FLESH bringen Relikte ans Tageslicht

Soundtechnisch gibt’s auf dieser Scheibe leider schon Qualitätsunterschiede, vor allem in Bezug auf die Lautstärke. Aber das ist halt so bei solchen Zusammenstellungen, damit muss man ganz einfach leben.

Kaum eine jüngere Band verkörpert das Prädikat Old School Death mit so viel Hingabe wie REVEL IN FLESH. Das fängt bei den Covern an, geht über die enge Verbindung zum Untergrund über die Lyrics bis hin zur herrlich altlastigen Mucke. Und das Schöne ist, daran ist nichts aufgesetzt, die Jungs sind wirklich so. „Relics Of The Deathkult“ verkürzt also prima die Wartezeit aufs nächste Album von REVEL IN FLESH, ist aber mehr als nur ein Lückenfüller. Gibt’s dazu vielleicht schon News, Herr Haubersson? „Unser Blick ist nach vorne (!) gerichtet, ohne die Roots aus den Augen zu verlieren. Es gibt viele Fragmente und neue Ideen, aber momentan halten wir uns was die Nachfolge zu ‚Emissary Of All Plagues‘ betrifft noch bedeckt.“ Also abwarten und „Relics Of The Deathkult“ hören…

07.03.2018

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