Rise Against - Endgame

Review

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Es ist kein Geheimnis mehr, dass RISE AGAINST seit ihren letzten erfolgreichen Alben im Mainstream angekommen sind, und sie selbst wären wohl auch die Ersten, die das unterstreichen würden. Der Punkrock der Frühtage ist passé, mittlerweile herrscht auf ihren Scheiben melodischer Alternative-Rock vor, mit dem sich eine sehr breite Zielgruppe anfreunden kann. Wie wichtig der Band jedoch nach wie vor auch die textlichen Inhalte sind, zeigt nicht zuletzt auch das mehrseitige Promo-Blatt, dass überdurchschnittlich detailliert auf die lyrischen Themen des neuen Albums eingeht. RISE AGAINST haben etwas zu sagen, positionieren sich, regen an zum Denken und Hinterfragen. Das war schon immer so, das ist auch bei „Endgame“, so der vielsagende Name des neuen Rundlings, nicht anders.

Die Eindrücke, die Sänger und Texter Tim McIllrath bei seinem Besuch in New Orleans nach dem Hurrikan Kathrina gewonnen hat, sind genauso Thema (in „Help Is On The Way“), wie klare Ansagen gegen Homophobie, für Aktivisten und Bürgerrechtler, oder die obligatorische Ehrerbietung gefallener Soldaten, diesmal immerhin aus der Sicht eines Geistes geschrieben – wenigstens ein bisschen innovativ. Diese und viele andere Themen bilden das Grundgerüst für genau die Musik, die man erwarten durfte: Mittlerweile schon ziemlich glatten und kantenlosen melodischen Rock, kompositorsch etwas schwächer als die Vorgänger, aber dank einiger herausragender Songs immer noch gut genug, um den größeren Teil der Zielgruppe zufrieden zu stellen.

Toll ist zum Beispiel der höchst eingängige Opener „Architects“, kaum schlechter die Hymne „Make It Stop (September’s Children)“, oder das recht schnelle „Satellite.“ RISE AGAINST bemühen sich mit dem ein oder anderen Tempowechsel um Vielseitigkeit, muten ihrer Fanbase aber zu keinem Zeitpunkt zu viel zu. Das hat den Nachteil, dass instrumental auf „Endgame“ recht wenig passiert und beispielsweise gitarrentechnische Überraschungen außen vor bleiben, die Songs basieren fast ausschließlich auf den Gesangsmelodien. Manchmal klingt das leider auch ein wenig belanglos, „Broken Mirrors“ oder „A Gentleman’s Coup“ etwa sind Nummern, die die Band früher höchstens als B-Seite verwurstet hätte, sie klingen bieder und angepasst, ohne kompositorische Akzente zu setzen.

Da RISE AGAINST aber wissen, was ihre Zielgruppe hören will, und der allergrößte Teil der Nummern nach wie vor erstklassiges Songwriting zu bieten hat, dürfen alle, die vor allem mit „The Sufferer And The Witness“ und „Appeal To Reason“ Zugang zur Band gefunden haben, bedenkenlos zugreifen. Natürlich wird die alte Garde von RISE AGAINST-Fans, denen die Rauhheit der Anfänge fehlt, sich weiterhin enttäuscht zeigen über die Entwicklung der Band, aber so ist das eben, wenn man seine Band plötzlich mit Millionen teilen muss.

Ich für meinen Teil habe mit „Endgame“ zur Not auch ohne tiefenpsychologische und politische Beschäftigung mit den Inhalten meinen Spaß. Ja, RISE AGAINST bedienen die Massen, aber sie tun es mit Stil.

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18.03.2011

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1 Kommentar zu Rise Against - Endgame

  1. Bluttaufe sagt:

    Vom angepissten Hardcore zum Melodic Hardcore hin zum poppigen Punk. Ein Werdegang, der von Album zu Album absehbar war, aber nicht überall wohlwollend akzeptiert wurde
    „Endgame“ ist mein letztes RISE AGAINST Album. Nicht weil es grundlegend schlecht ist – alles was ich danach hörte war irgendwie noch poppiger. Und „Endgame“ ist bei mir da gerade noch so die Kotzgrenze
    Der Gesang ist noch eine Spur sanfter geworden – Screams muss man mit der Lupe suchen, während die Songs noch eingängiger wurden.

    6/10