Rootwater - Visionism

Review

Dass gute Musik alleine heutzutage nicht mehr ausreicht, um als Band die für den Erfolg notwendige Aufmerksamkeit zu erhalten, hat man in Polen offensichtlich verstanden. So wird die Presse-Kopie ihres Albums „Visionism“ von einer DVD begleitet, auf der sich neben Bandfotos, Info- und Liedtexten auch eine viereinhalbminütige Video-Botschaft der Band, der Videoclip zum ohrwurmigen „Living In The Cage“ und zwei rund 25-minütige Live-Mitschnitte von einer Hallenshow und dem „Przstanyk Woodstock“-Festival finden. So kann man sich also bereits vorab davon überzeugen, dass die Musik offensichtlich auch live hervorragend funktioniert.

„Visionism“ wurde bereits im letzten Sommer in der polnischen Heimat des Quintetts veröffentlicht. Vielleicht haben die betreffenden Label-Vertreter ja etwas länger gebraucht, bis sich ihnen das Potential des Longplayers erschlossen hat. Leicht zugänglich geht nämlich definitiv anders. Und das fast durchgängig extreme Aggressionspotential zehrt zusätzlich an den Nerven. Doch der Stress, den „Visionism“ verbreitet, ist durchwegs positiver Natur. Die Musik ist abwechslungsreich, durchdacht und handwerklich gut umgesetzt, sowie sauber produziert.

Stilistisch verschließen sich ROOTWATER jeder Kategorisierung. Im ersten Moment erinnert die Kombination von Death-Metal- und Hardcore-Elementen an gute Metalcore-Combos, doch rasch gesellen sich auch mechanische Industrial-Sounds, progressive Songstrukturen und Thrash-verdächtige Riff-Gewitter hinzu. Das Sahnehäubchen stellen aber die von einem bunten Instrumenten-Sammelsurium (unter anderem Tröten, Akkordeon und Dudelsack) getragenen Folk-Elemente dar, die zudem einen orientalischen Einschlag aufweisen. Offensichtlich und glücklicherweise ist es den Nazis nicht gelungen, Polen seiner reichhaltigen jüdischen Traditionen zu berauben, deren Kombination mit Metal-Klängen in dieser Form absolut einzigartig ist.

Mit „Visionism“ haben ROOTWATER somit ein absolut bemerkenswertes Album-Highlight vorgelegt, dass dem Zuhörer einiges abverlangt, dafür aber auch eine ganze Menge zu bieten hat. Der Zugang zu den Songs ist dabei ähnlich schwierig wie eine Wanderung im Hochgebirge. Die einzigartige Aussicht, die man vom Gipfel herab genießen kann, entschädigt dafür nachhaltig für alle Unannehmlichkeiten und lässt auch über die wenigen Durchhänger, die sich von Zeit zu Zeit eingeschlichen haben, hinwegsehen.

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21.02.2010

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