Midnight - Satanic Attack Live!

Review

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Eigentlich hatten MIDNIGHT laut Pressetext selbst nicht daran geglaubt, dass es mal ein Livealbum ihrer Band geben würde – und doch liegt jetzt „Satanic Attack Live!“ vor. Aficionados wissen um die kleine Unschärfe dieser Aussage, schließlich gab es schon die beiden Live-EPs „Midnight Violates You Live!“ (2007) und „Alive on the Streets of Cleveland!“ (2013) sowie die putzig betitelten „Rehearsal Vomits“ (2021) als Kleinstauflagen in Eigenregie oder bei Underground-Labels. In Sachen Professionalität und Reichweite ist das jüngste Werk aber tatsächlich eine Premiere. Die Frage ist, ob eine vergleichsweise räudige Black-’n‘-Roll-Band wie MIDNIGHT dadurch glattgebügelt daherkommt.

MIDNIGHT lassen den Dreck drauf

Aufgenommen wurde „Satanic Attack Live!“ bei zwei ausverkauften Konzerten am 28. und 29. Mai 2026 im „Knucklehead“ in Hollywood. Anlass war das 15-jährige Jubiläum von „Satanic Royalty“. Mark Borders zeichnete die Shows auf, Zach Rippy übernahm Mix und Mastering. Die ersten zehn Stücke bilden das Debütalbum von 2011 vollständig und in Originalreihenfolge ab. Fünf weitere Songs, darunter „Shock Til Blood“, „T.A.P.“ und „Fucking Speed And Darkness“ (von „Rebirth By Blasphemy“), runden die gut 55 Minuten ab.

Wer bei einer solchen offiziellen Veröffentlichung sterile Hochglanzproduktion befürchtet, kann aufatmen. Athenar und seine Mitstreiter D.K. Vagslay und Iron Possessor prügeln sich mit beeindruckender Energie durch das Material. Die Produktion klingt rau und erfreulich ungeschliffen, ohne in undifferenziertem Lärm zu versinken. Spielfehler bleiben hörbar, was dem Mitschnitt seinen authentischen Livecharakter verleiht. Athenars launige Ansagen und die Publikumsreaktionen tragen ihren Teil dazu bei.

„Satanic Attack Live!“ kennt nicht nur Vollgas

Musikalisch treffen früher Black Metal, Speed Metal und Punk auf die Rifftradition der NWOBHM. Das Trio hält sich nicht mit technischen Spielereien auf, sondern setzt auf direkte, treibende Songs. Bei „Evil Like A Knife“ dominiert die Punk-Schlagseite, „You Can’t Stop Steel“ setzt auf klassische Heavy-Metal-Riffs, während „Lust Filth And Sleaze“ mit seinem dreckigen Groove punktet. Besonders „Violence On Violence“ macht seinem Namen alle Ehre: Hier möchte man am liebsten auf der Stelle einen Circle Pit eröffnen. Dass MIDNIGHT auch mit weniger Tempo funktionieren, zeigen die schwereren Passagen zwischen den Hochgeschwindigkeitsattacken.

„Satanic Attack Live!“ ist ein überzeugendes Dokument einer Band, die ihren Status im primitiven Blackened Speed Metal redlich verdient hat. MIDNIGHT beweisen, dass ein gutes Livealbum weder makellose Technik noch eine glattpolierte Produktion braucht. Entscheidend sind die Energie, die Atmosphäre und Songs, die auch mit hörbaren Spielfehlern nichts von ihrer Durchschlagskraft verlieren.

07.11.2026

From the Underground and Below

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