Septic Mind - The True Call

Review

Es wird finster in der Welt, denn das russische Duo SEPTIC MIND liefert mit ihrem neuen Output “The True Call“ ein weiteres Stück Musik ab, welches alles andere als leicht verdaulich ist. Funeral Doom, eine Prise Sludge und ganz wenig Death Metal werden mit atmosphärischen, ja nahezu futuristischen Samples gemischt und ergeben dabei eine Mixtur, die sicherlich nicht Jedermanns Geschmack trifft und sich auch nicht so schnell in seiner Gesamtheit erfassen lässt.

Allerdings kämpfen SEPTIC MIND bei aller Experimentierfreude dennoch mit einem nicht gerade marginalen Problem, denn das insgesamt drei Stücke umfassende Werk wirkt in seiner Gesamtheit einfach etwas zu langatmig. Der Opener “Истинный Зов“ ist anfangs noch recht atmosphärisch, verliert sich aber, trotz sehr guter Samples, mit fortlaufender Spielzeit immer mehr in Belanglosigkeit. Dies ändert sich auch mit dem folgenden “Обречён Грешить“ nicht wirklich, denn trotz sehr guten Nuancen aus dem Sludge schafft es das Stück eben auch nur bedingt  zu unterhalten. Irgendwie beschleicht einen nach mehrmaligem Hören immer mehr das Gefühl, dass man die einzelnen Songs um einige Minuten hätte kürzen können, ohne etwas wirklich Essenzielles zu verlieren. Das abschließende “Планета Больна“ schafft es aber dann doch noch, das Ruder herumzureißen und stellt somit die beiden vorangegangenen Stücke in den Schatten. Denn auch wenn es sich dabei um den kürzesten Song handelt, so kann dieser am ehesten aus dem Kontext hervorstechen und deutlich zeigen, dass es auch anders geht. Mit ein wenig mehr Death-Anleihen erweckt das Stück trotz unbändiger Langsamkeit einen gewissen Drive, der SEPTIC MIND definitiv sehr gut zu Gesicht steht. Alles weitere erledigen die dahingleitenden Gitarren-Leads welche das Stück weiter nach vorne tragen und in Kombination mit den unterirdisch tiefen Growls und den fiesen Screams eine herrlich beklemmende Atmosphäre erschaffen. Warum denn nicht gleich so?

SEPTIC MIND waren noch nie dafür bekannt, leicht eingängige und simple Musik zu schreiben. Das hat sich auf mit “The True Call“ nicht geändert, denn hier herrscht noch immer eine trostlose Einöde, in welcher sich der geneigte Hörer erstmal zurecht finden muss. Leider ist es an manchen Stellen zu viel des Guten und ein wenig mehr Abwechslung hätte in dieser Monotonie der Negativität sicher nicht geschadet. Nichtsdestotrotz sollte jeder Fan von Funeral Doom mal ein Ohr riskieren. Es könnte sich lohnen.

06.02.2012

Der metal.de Serviervorschlag

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