Sinister - Dark Memorials

Review

Galerie mit 24 Bildern: Sinister - Grand Supreme Blood Court + Sinister

Glückwunsch nach Holland: Die Death-Metal-Veteranen SINISTER feiern dieser Tage ihr 25-jähriges Bestehen (bzw. veröffentlichten vor 25 Jahren ihre erste Single), und passend dazu haben die fünf Musiker um Frontmann Aad Kloosterwaard das neue „Dark Memorials“ eingehobelt. Noch einen Glückwunsch hinterher: „Dark Memorials“ ist jetzt schon das dritte Album in Folge, das in derselben Formation eingespielt wurde – das gab es vorher noch nie!

Wer jetzt allerdings ein Album mit neuen Songs erwartet, sollte kurz durchatmen: SINISTERs letztes Opus „The Post-Apocalyptic Servant“ datiert aus dem Vorjahr, und somit haben die Musiker einen Blick zurück gewagt und einfach mal zehn ihrer Lieblingssongs gecovert: Vom AUTOPSY-Song „Ridden With Desease“ bis hin zu „Under The Guillotine“ von KREATOR ist einiges dabei, das Ende der Achtziger bis Anfang der Neunziger ordentlich getrümmert hat.

Was auffällt: Eher einfach und effektiv strukturierte Songs vom Schlage „Unleashed Upon Mankind“ (BOLT THROWER) klingen im SINISTER-Sound wesentlich authentischer als beispielsweise „Master Killer“ von MERAUDER – das lebt im Original ja viel von seinem Drive, büßt diesen allerdings im sinistren Dauersperrfeuer ein, vom unflexiblen Gegrummel mal ganz abgesehen. Ebenfalls weniger gelungen ist KREATORs „Under The Guillotine“. Die sympathischen Tulpenschlächter haben sich ansonsten aber auf zumeist passende Tracks konzentriert: „Beneath The Remains“ von SEPULTURA könnte jedenfalls ebenso gut als SINISTER-Song durchgehen wie „Exhume To Consume“ (CARCASS). Passt also weitgehend.

Als Bonus gibt es noch zwei Eigencover obendrauf: Für „Spiritual Immolation“ und „Compulsory Resignation“ haben die Jungs sogar Uraltgitarrist Ron van de Polder ins Studio eingeladen. Die Unterschiede zu den Originalen sind marginal (etwas geänderte Harmonien am Anfang des ersten Songs, schlagzeuglastigerer Sound insgesamt), das Ergebnis absolut hörbar. Somit gibt es an „Dark Memorials“ bis auf die oben genannten Punkte nicht viel auszusetzen – die Platte birgt zwar kaum Überraschungen, ist aber grundsolide umgesetzt. Wer also mit einem reinen Coveralbum zufrieden ist, kann sich die Scheibe ruhigen Gewissens zulegen.

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01.07.2015

- Dreaming in Red -

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