Skull Pit - Skull Pit

Review

Soundcheck November 2018# 23

SKULL PIT. Schädelmangel ist ja im Prinzip nicht das zentrale Problem im Metal. Streng genommen müsste man vielmehr den Kopf schütteln angesichts der mannigfaltigen Ausprägungen, in denen sich der SKULL quer durch die Genres nachgerade aufdringlich präsentiert. Da es beim Metal allerdings mindestens genauso streng genommen eben gerade ums Schütteln des Hauptes geht, ist das schon in Ordnung. Und dass jetzt auch noch SKULL PIT dazukommen, das passt so gesehen ohne Weiteres.
Von Mem Von Stein (EXUMER) kommen Gesang und Texte, von Tatsu Mikami (CHURCH OF MISERY) kommt die Musik. Und die ist auf dem ebenfalls „Skull Pit“ benannten Debüt-Album weder Pyromanen-Oldschool-Thrash noch Serienmörder-Stoner-Doom. SKULL PIT huldigen vielmehr dem Rock’n’Roll – einer mal stampfenden, oft flotten und selbstredend vollverbleiten Version des Rock’n’Roll.

SKULL PIT haben das Wesentliche im Visier

Dass bei diesem Ritt durchs Grenzgebiet zwischen Rock und Metal der Weg geradezu automatisch ins wilde Lager der NWOBHM führt, versteht sich. Statt sich allerdings an müßigen Parallelen zu all den erahnbaren Vorbildern von der Insel abzuarbeiten, reicht es bei SKULL PIT aus, genau eine Combo herauszuheben: MOTÖRHEAD.
Was Mikami und Von Stein bei ihrem aktuellen Projekt fabrizieren, ist näher an Lemmys Gang (in verschiedenen Schaffensphasen) als an allem anderen. Größten Anteil hieran hat neben der dreckigen Produktion der treibende und immer wieder forsch ins Zentrum galoppierende Bass Mikamis. Mem Von Stein faucht dazu wie gewohnt mehr als dass er wie Mr. Kilmister röhrt, zum Teil haben seine Vocals von ihrer Phrasierung her gar einen Dicke-Arme-Hardcore-Touch – aber geschenkt: Wer hier Pate stand, wird nicht nur am „Overkill“-Tribut „Marauders“ deutlich.

„Skull Pit“ aber geht nur durch Bein, nicht auch durch Mark

Deutlich wird nach mehreren Durchläufen von „Skull Pit“ allerdings auch, dass über das Bein hinaus wenige Körperteile zwingend und durchweg in Bewegung gesetzt werden. Das simpel-griffige „Fire Breather“ attackiert den Bewegungsapparat noch am effektivsten. Die übrigen Stücke kommen trotz aller Souveränität der Beteiligten und (bzw. vielleicht wegen) Metall-Lasur weder von ihren Hooks noch vom Energielevel an die coolsten unter den einschlägigen Rabauken (zwischen meinetwegen TANK und frühen HELLACOPTERS) heran.
Fazit: SKULL PIT kann man sich gut geben. „Skull Pit“ ist ein kraftvolles und schnörkelloses Album. Eine Sensation ist das Projekt im Jahre 2018 aber nicht.

Als Bonus gibt es eine ( natürlich) metallischere Version von ROSE TATTOOs Pöbelei „All The Lessons“.

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15.11.2018

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1 Kommentar zu Skull Pit - Skull Pit

  1. Bluttaufe sagt:

    Beim Lesen des Reviews wäre mir fast steil einer abgegangen…bis ich dann den Song hörte. Klingt ziemlich monoton und nach einer Minute hat man alles bereits gehört. Man spielt im Studio 2-3 Riffs ein und wiederholt das via Endlosschleife. Der Gesang erinnert an frühen US Hardcore oder Punk, will hier aber absolut nicht passen.
    Wer sein Valium verlegt hat, kann sich ja deren Song hier geben.