Space Probe Taurus - Space Probe Taurus

Review

Die wenigsten, die einen Blick auf das Cover von ”Space Probe Taurus“ von SPACE PROBE TAURUS werfen rechnen bei dieser Platte mit einem experimentellen Meisterwerk der Avantgarde. Garniert mit Orchesterbombast und Dialogsamples, exotischen Instrumenten, mehrstimmigem Chorgesang samt Obertonsoli und einem nepalesischen Panflötenvirtuosen und dessen siamesischem Zwillingsbruder am Gong als Gaststar.
Stimmt auch. Das alles gibt’s bei SPACE PROBE TAURUS nicht. Stattdessen poltern die vier Zottelbrüder leicht stonigen (Ja, blödes deutsch. Gemeint ist so viel wie ”gewissen Vertretern des Genres Stonerrock nicht unähnlich“) Fuzzrock. Kreative Outputs von Bands wie HAWKWIND, MUDHONEY, BLUE CHEER, THE STOOGES oder MC5 werden in Fachkreisen ebenfalls gern mit dieser Bezeichnung versehen. Im Klartext wie auch dem vorliegenden Album bedeutet dies: nicht eben schöner, dafür laut gebrüllter Gesang, Schlagzeug mit viel Becken und Hihead, stoisch-bluesige und teils mehrstimmige Gitarren, dazu diskret brummelnder Bass.

Neben den genannten musikalischen Kollegen aus den späten 1960ern nennen SPACE PROBE TAURUS ”fuzzed out rock instrumentals“ aus Bikerfilmen dieser Zeit als Einfluss. Wahrscheinlich wurden sie aus diesem Grund von Regisseur und Undergroundfilmer Richard R. Anarsky mit der Gestaltung des Soundtracks seiner B-Movies ”Actress Apocalypse“ und ”I Am Vengeance“ betraut.

Warum also trotz dieser Referenzen, dieser Filmtitel (Die Filme sind bei ”Atomic Erotic Films“ erschienen) und der oben umrissenen Musik nur verhaltene Begeisterung bei mir? Weil SPACE PROBE TAURUS nicht so richtig spannend sind. Niemand erwartet von einer Stoner- bzw. Fuzzrockband lustige Ideen, Abwechslungsreichtum oder unerwartete Breaks. Stattdessen geht’s hier darum, Atmosphäre zu schaffen und Spannungsbögen aufzubauen. Deswegen sind viele hippiemäßig rockende Songs ewig lang und haben den Charakter bewusstseinsstimuliernder Substanzen beeinflusster Jamsessions. Das geschieht bei ”Space Probe Taurus“ jedoch nicht, weil alle Titel fragwürdigerweise auf radiotaugliche drei bis fünf Minuten zusammengstutzt bzw. -gestaucht wurden. Weshalb auch immer, wundert sich der Wesir. Die Jungs wollen mit diesem Material ja wohl nicht ernsthaft so was wie Airplay bekommen, oder? Männer, wollt ihr Popstars sein??

Zu den unsinnig kurzen Spielzeiten kommt, dass SPACE PROBE TAURUS sich gern selbst zitieren. Hierdurch wirken die ersten fünf Titel der Scheibe relativ austauschbar; erst in der zweiten Hälfte geht’s zur Sache. Mehr Variation, unterschiedliche Tempi und so. Und bei den verbleibenden drei Songs, von denen einer aus dem Soundtrack des Films ”Hollywood She-Wolf“ stammt, gibt’s sogar richtig was vor die Brezel. Mehr Dynamik im Songwriting, abwechslungsreiches Schlagzeug, geile Bluessoli- die können ja, wenn sie wollen! Warum nicht gleich so, ihr Geheimagenten?

Diskretes Langweilen der Hörerschaft und ein obereinfallsloses, pupslangweiliges Plattencover ziehen “Space Probe Taurus“ nach unten, da die wilden Gesellen jedoch eine prinzipiell sehr solide Scheibe abgeliefert haben und auch spannungsmäßig noch die Kurve kriegen und immerhin drei Kracher nachschieben zücke ich die 6.

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27.06.2008

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