Steel Prophet - Omniscient

Review

Machen wir es kurz: das war nix. STEEL PROPHET waren Ende der Neunziger/Anfang der 2000er, als sie mit Alben wie “Dark Hallucinations” oder “Book Of The Dead” musikalisches Konfekt boten, den progressiven Power Metal etablierten und somit den Weg für Bands wie SYMPHONY X ebneten, einer der Hoffnungsträger des US-Metal. Durch einige Unwägbarkeiten (Line-Up Querelen, etc.), sowie eine mangelnde Konstanz in Sachen Albumveröffentlichungen verbaute sich die Band eine rosige Zukunft zu großen Teilen selbst. Zehn Jahre nach dem letzten Studioalbum “Beware” will es die Band um Bandkopf Steve Kachinsky mit “Omniscient” noch einmal wissen.

Wenn man nicht wüsste, dass die Band schon seit geraumer Zeit an dem Songmaterial gefeilt hat, könnte man “Omniscient” attestieren ein Schnellschuss zu sein. Da aber die Band (zumindest die Kreativköpfe Kachinksy und Sänger Rick Mythiasian) schon länger wieder zusammen musiziert, darf man durchaus fragen, was die Herren sich bei dem aktuellen Album gedacht haben und vor allem, wen sie damit zu beeindrucken gedenken. Verglichen mit den oben genannten Werken, die zweifellos zum besten US-Metal der Neunziger gehören, kann “Omniscient” nicht im Ansatz mithalten. Klar, die Trademarks der Band – der beeindruckende Gesang und das sehr gute Gitarrenspiel – sind auch anno 2014 vorhanden. Das Problem ist eher, dass sich das komplette Album anhört, als wären die einzelnen Parts willkürlich aneinander gereiht worden. Wo früher noch genau in diesem Stilmittel ein weiterer Reiz im STEEL PROPHET-Sound lag, ertappt man sich beim aktuellen Werk häufiger mit einem fragenden Ausdruck auf dem Gesicht, statt moshend das Wohnzimmer zu zerlegen. “Omniscient” wirkt unausgegoren und nur an wenigen Stellen bis zu Ende gedacht, was angesichts der Tatsache, dass die Band ohne Druck und zeitliche Begrenzung arbeiten konnte, mehr als befremdlich wirkt. Hinzu kommt, dass wirklich keine der Nummern im Ohr hängen bleibt. Verglichen mit den starken Alben der Band fehlt es der aktuellen Platte auch an Atmosphäre und Nachhaltigkeit. Ein weiterer Punkt, über den man früher nie diskutieren brauchte. Eine Nummer wie “Strange Encounters” sucht man auf “Omniscient” jedenfalls vergeblich.

Das ist einfach nicht das Niveau, das ich von STEEL PROPHET erwarte. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass STEEL PROPHET nicht mehr an sich selbst glauben, was extrem schade ist. Wenn die Band selbst aber nicht mehr an ihre Fähigkeiten glaubt, ist es nicht weiter verwunderlich, wenn man der Öffentlichkeit dann ein Album wie “Omniscient” vorstellt, auf dem zu viele Sachen einfach nicht zusammen passen wollen. Normalerweise wäre hier ein Ratschlag, sich beim nächsten Album mehr Zeit zu lassen. Aber wie viel mehr Zeit will man STEEL PROPHET zugestehen? Ich fürchte eher, dass die Band ihr Pulver verschossen hat.

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18.07.2014

Der metal.de Serviervorschlag

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