Sweet Oblivion - Relentless

Review

2012 wurde die Ehe zwischen QUEENSRYCHE und Geoff Tate geschieden. Während seine alte Band zuletzt mit “The Verdict“ durchaus punktete, dümpelte Tate mit diversen Soloprojekten mehr schlecht als recht durch die Lande. Weder GEOFF TATE noch OPERATION: MINDCRIME überzeugten wirklich. Die neuste Idee nennt sich SWEET OBLIVION, welche mit „Relentless“ bereits die zweite Veröffentlichung auf den Markt werfen.

“Relentless“ – das zweite Werk von SWEET OBLIVION mit Geoff Tate am Mikro

Das Projekt SWEET OBLIVION ist jedoch keine Gründung oder Idee von Tate. Verantwortlich für die Zusammenstellung ist Serafino Perugino, der Chef von Frontiers Records. Vier italienische Musiker, welche typisch für Frontiers aus melodischen Gefilden im Rock und Metal kommen, wurden um Geoff Tate ergänzt und schon gibt es neue Musik mit der ehemaligen Stimme von QUEENSRYCHE. Wirkliches Neuland stellt der melodische Job für Tate aber nicht dar. Zuletzt tourte er als Gastsänger mit Herrn Sammet und AVANTASIA.

Der Opener ”Once Again One Sin” kommt anfänglich wie die typischen italienischen Metal-Sachen daher. Nach dem Intro drückt Tate dem melodischen Instrumenten seinen Stempel auf und eine leichte Reminiszenz an eine bekannte Scheibe seiner ehemaligen Band aus dem Jahre 1988 blinzelt hindurch. Der Unterschied ist, dass hier nicht Michael Wilton und Parker Lundgren die Saiten bearbeitet. ”Strong Pressure“ und ”Let It Be“ liefern solide Kost, melodische Grundausrichtung mit dem ein oder anderen progressiven Ansatz. ”Another Change“ kommt mit mehr Heavy Power aus den Boxen, die Midtempo-Passagen sind wohl dosiert und nehmen dem Song nicht die Dynamik.

Der ”Wake Up Call“ ist vom her Aufbau ähnlich, der dynamische Einstieg geht im Mid-Tempo leider schnell verloren und so kommt die Nummer über ein solides Prädikat nicht hinaus. ”Remember Me“ ähnelt dem Weckruf und hat im hinteren Part seine Stärke. ”Anybody Out There“ überzeugt mit starkem Refrain und dürfte unter Anhängern von QUEENSRYCHE der 90er gefallen finden. ”Aria“ erklingt als solider Rocker in italienischer Sprache, was mit der bekannten Stimme gewöhnungsbedürftig ist. ”I’ll Be The One” ist die Ballade auf dem Langeisen, bevor das nach vorne treibende ”Fly Angel Fly“ die Scheibe ausklingen lässt.

SWEET OBLIVION kratzen an QUEENSRYCHE

Tate hat in seiner Karriere weit stärkeres Material als ”Relentless“ abgeliefert. Allerdings ist die Scheibe eine spürbare Steigerung gegenüber den Solo-Ansätzen. Es geht mehr zurück zu der Musik, welche Tate bekannt gemacht hat. Die Truppe kratzt an der erfolgreichen QUEENSRYCHE-Ära, erreicht das Niveau aber nicht ganz. Mit “Another Change“ oder “Anybody Out There“ gibt es interessante Nummern zu entdecken. Es ist aber auch einiges an solider Kost auf dem Output, welche nicht unbedingt im Gehör haften bleibt. Bis auf die langweilige Ballade halten sich negative Punkte in Grenzen und so reicht es insgesamt, um sich oberhalb der durchschnittlichen Veröffentlichungen zu behaupten.

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10.04.2021

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

Der metal.de Serviervorschlag

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