Operation: Mindcrime - Resurrection

Review

OPERATION: MINDCRIME – der zweite Versuch

OPERATION: MINDCRIME holen mit „Resurrection“ zum zweiten Schlag aus, ein Jahr nach dem Debüt. Geoff Tate hat mit „The Key“ bei uns schon keine Lorbeeren ernten können, schafft er also mit „Resurrection“ die Wende? Leider nein, wobei der Zweitling in einiger Hinsicht sogar noch fragwürdiger erscheint als der Vorgänger.

Das geht bei der seltsamen Strukturierung des Auftaktes los. Ganze vier Intros stehen den eigentlichen Songs voran. Am Stück gehört verwundert diese Aufteilung umso mehr, da sie wunderbar ineinander fließen und irgendwie zusammen gehören. Doch während man sich noch über diesen Ouvertüre-Overkill den Kopf zerbricht, ist auch schon der erste „richtige“ Song „Left For Dead“ spurlos an einem vorübergezogen.

Fragen über Fragen, Schnitzer über Schnitzer…

Und hier offenbart sich dann auch, warum „Resurrection“ nicht der erhoffte Befreiungsschlag für OPERATION: MINDCRIME ist. Nicht nur sind die Songs allesamt furchtbar fad und dudeln gerne ziellos vor sich hin. Nicht nur hat Tate – um es mal höflich auszudrücken – auch schon besser gesungen. Es ist vor allem die unterirdische Produktion, mit der sich Tate & Co. hier alles zerschießen.

Denn die lässt die ohnehin wenig bemerkenswerten Songs noch flacher klingen, als ob das Album digital aufgenommen und dann auf den Bruchteil seiner Dateigröße komprimiert worden ist. Und gerade bei Stadionrockern wie „Left For Dead“, „Miles Away“ (in welchem sich Tate übrigens vergeblichst abmüht) und „Invincible“, die für sich genommen schon wenig zu bieten haben, sowie den orchestralen Arrangements fällt das umso mehr ins Gewicht. Hier kommt einem einfach irgendeine Klangsuppe aus den Boxen entgegen gequollen. Und das Schlimmste ist, dass der Chef hier persönlich seine Finger im Spiel hatte. SO sollte „Resurrection“ klingen? Das kann nicht Tates ernst sein.

Und dann gibt es Passagen, die einfach nur bizarr sind. In den letzten Momenten von „A Smear Campaign“ etwa lassen OPERATION: MINDCRIME einfach ein paar Samples wild durcheinander quaken, was dank der Produktion umso chaotischer klingt. Ebenso irritieren die desorientiert hupenden Konserventröten von „Which Side You’re On“ und „Into The Hands Of The World“.

Nahezu unhörbare Wiedererweckung

Die große Ausnahme hört auf den Namen „Taking The World“ und sticht aus zweierlei Gründen hervor. Erstens enthält der Song Gastbeiträge von Blaze Bayley und Tim „Ripper“ Owens, zweitens glänzt dieser Song trotz Pappsound mit einem ganz passablen Refrain. Im Vergleich zu den übrigen Songs wirkt dieser jedoch eher wie ein Glückstreffer und rettet das Album nicht wirklich. Viel mehr ist er der einzige Track, den man halbwegs guten Gewissens als Hörprobe empfehlen kann.

Dabei machen OPERATION: MINDCRIME technisch gesehen hier wenig falsch, Verspieler gibt es keine. Die Musik ist halt bestenfalls absoluter Durchschnitt, mit wenigen, sehr wenigen Höhepunkten und einem Klang, der mit Grütze bestens umschrieben ist. Aber ist das wirklich etwas, was man von einer Band sagen möchte, die sich nach DEM QUEENSRŸCHE-Album benannt hat?

Tate fordert es förmlich heraus, sich mit dem Album vergleichen zu lassen, was ja irgendwo auch seine Absicht war. Aber das? Es ist eine Sache, an einer großen Ambition zu scheitern, der man aber noch den Willen irgendwie anhören kann. Aber es ist eine andere Sache, einfach nur ein derart schlampig produziertes Produkt in die Plattenläden segeln zu lassen, vor allem, wenn man Geoff Tate heißt und derart große Töne spuckt.

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04.10.2016

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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