Tarja - In The Raw

Review

Galerie mit 26 Bildern: Tarja - "A Nordic Symphony"-Tour 2018

Drei Jahre liegt das letzte Album von TARJA mittlerweile zurück. Zeit, in der die Band weiter gewachsen ist und auf vielen großen Festivals zu Gast sein durfte. Mit „In The Raw“ versucht sich Tarja an persönlichen Texten, die mit ihrem bewährten Produzententeam musikalisch umgesetzt wurden. Ob sich die bekannten opulenten Tracks auch im neuesten Werk finden?

Never change a winning team – TARJA

„Dead Promises“ beginnt stark und zeigt TARJA von ihrer epischen Seite. Die Single wurde zurecht als Vorbote für dieses Album veröffentlich, so findet man hier die Essenz dieser Band. Kraftvoll, episch und mit einem Schuss Dramatik versehen. Das nächste Highlight schließt sich mit „Goodbye Stranger“ direkt an. Hier singt LACUNA COIL-Frontfrau Cristina Scabbia mit. Ein großartiges Duett, das musikalisch zwar keine neuen Welten bietet, aber alleine diese beiden Ausnahmestimmen gemeinsam zu hören, macht einfach Spaß. „Tears In Rain“ ist deutlich härter als die bisherigen Beiträge und bietet mit einer verträumten Melodie im Hintergrund den perfekten Soundtrack für eine Warm-Up-Party. Ein gelungener Beitrag, der allerdings keinerlei Experimente bietet, sondern die altbewährten Stärken der Band betont. Dennoch sollte es dieser Track auf die Live-Setlist schaffen, die Stimmung passt hier einfach.

Ein opulenter Songverlauf und satte Riffs sind die Basis für die zweite Single „Railroads“. Insbesondere die Melodie sticht aus diesem Track heraus, die sicher ihre Zuhörer finden wird. Deutlich ruhiger wird es bei der nachdenklichen Ballade „You And I“, die sich dicht an der Klischee-Grenze bewegt. Es ist kein schlechter Song, aber einfach zu gewöhnlich, als dass es den TARJA-Stempel verdienen würde. Das kann diese Band definitiv besser. Mit „The Golden Chamber“ wird der Zuhörer gefordert. Dieses Epos gliedert sich in drei Akte, die man nicht unbedingt beim ersten Hördurchlauf bemerkt. Etwas Zeit und Ruhe sollte man an dieser Stelle einplanen, um dem künstlerischen Anspruch gerecht zu werden.

Einer der wohl dunkelsten Tracks in der Bandgeschichte ist „Spirits Of The Sea“. Ein nachdenklicher Text und ein Songverlauf, der den Zuhörer wie ein Strudel in seinen Bann zieht. Eher für die melancholischen Momente im Leben geeignet, da der Song bei fortlaufender Spielzeit immer düsterer wird. Mit Tommy von KAMELOT gesellt sich der nächste Gast auf diesem Album zu TARJA: Die Kollaboration hört auf den Namen „Silent Masquerade“ und ist ein schwarzes Duett, dem man die Nachdenklichkeit über eine Gesellschaft, die sich selbst geißelt, deutlich anhört. Auch hier werden keine neuen Einflüsse ausprobiert, was allerdings bei der Qualität der beiden Stimmen auch nicht nötig erscheint. Mit einem Chor, der mit „Shadow Play“ diese CD beschließt, beginnt die letzte Runde. Ein opulenter Track, dem es allerdings leider an Wiedererkennungswert fehlt.

Viele Gäste veredeln den Brei – In The Raw

Fazit: TARJA kennt man, und man liebt oder hasst sie. Es gibt in diesem Bereich wenige Graustufen. Musikalisch ist diese CD bestens produziert und auch die Lyrics stimmen. Leider wird hier wenig Neues gewagt, und so hat man unweigerlich den Eindruck, eine neue Version der Vorgänger-CDs zu hören. Für eingefleischte Fans ein absolutes Must-have, für alle anderen ein Nice-to-have. TARJA liefern altbewährte Qualitäten ab. Ob diese Einstellung auch für die Zukunft reicht, wird die Zeit zeigen.

21.08.2019

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2 Kommentare zu Tarja - In The Raw

  1. Stormy sagt:

    6/10 ??
    Die Review liest sich deutlich besser als die Wertung, was zumindest bei mir einige Verwunderung verursacht.
    Da das Album erst nächste Woche erscheint kann ich mir auch noch keine eigene Meinung dazu bilden.

    1. Stormy sagt:

      So, nun habe ich das Album und ich kann die obige Review inhaltlich absolut unterschreiben.
      Lediglich die Endwertung, wie schon vermutet, fällt bei mir einem Punkt höher aus. Genau genommen schwanke ich zwischen 7 und 8, fände aber eine glatte 8 doch einen Tick zu hoch gegriffen. 8 ist für mich schon außergewöhnlich gut, 9 absolute Spitze und 10 gibt es nur für wirklich sensationelle Alben.

      7/10