Tempel - On The Steps Of The Temple

Review

Zwei Typen aus Arizona beschließen, eine Band zu gründen – an sich erst einmal nichts Ungewöhnliches. Im Fall der US-Post-Metaller TEMPEL lohnt sich aber ein näherer Blick, denn was die beiden Herrschaften auf ihrem Debüt veranstalten, ist durchaus bemerkenswert. Mehrere Jahre haben Ryan Wenzel (Gitarre, Keys) und Rich Corle (Drums) an ihrem Debüt gearbeitet, nun liegt mit „On The Steps Of The Tempel“ das Resultat vor. Und eben jenes bietet eine knappe Stunde äußerst energetischen und atmosphärischen Post-Metal, versetzt mit schwarzmetallischen und post-rockigen Elementen. Das Ganze wird von der rohen Abmischung zudem leidlich in Szene gesetzt.

Der Opener „Mountain“ bricht nach kurzem Vorspiel mit heftigem Riffing los, wobei durchaus Black-Metal-Anleihen erkennbar sind. Im weiteren Verlauf gestaltet sich der Track dann etwas melodischer und zugänglicher, bevor es im Mittelteil wieder brachial und auch zunehmend vertrackter wird. Das Ende mit sphärisch-dissonanten Gitarren ist schließlich merklich stringenter gehalten und ausgesprochen stimmungsvoll. Das anschließende „Rising From The Abyss“ wiederum erinnert mit seinen ersten Klängen dann zunächst entfernt an den THE OCEAN-Song „Shamayim“, insbesondere was den Sound anbelangt. Es folgt nun eine etwas eintönigere Phase, der ausladende Schlusspart des Tracks kann allerdings wieder mit düsterem Flair und schleppendem Drive überzeugen.

Mit dem überraschend verträumten „Final Years“ schließt sich eine fast schon waschechte Post-Rock-Nummer an, die im Kontext des ansonsten sehr rüde inszenierten Materials ein wichtiges Gegengewicht bildet. Nach einem Ausflug in Doom-Gefilde („The Mist That Shrouds The Peaks“) und dem vielleicht stärksten Stück der Platte, dem abwechslungsreichen und melodisch höchst interessanten „Avaritia“, gelangt man schließlich zum über elf Minuten langen Titeltrack, welcher die Platte beendet. Die düsteren Clean-Gitarren zu Beginn des Songs erinnern entfernt an OPETH, im Anschluss wird es dann fast schon hektisch, wenn polternde Drums und wüstes Riffing auf den Hörer hereinbrechen. In der Folge hält phasenweise ein markanter Groove Einzug, insgesamt macht der Track aber einen etwas sperrigen Eindruck. Das Gebräu aus unzähligen Parts und Rhythmen erhält erst mit dem epischen Schlussriff, für welches die Jungs von DER WEG EINER FREIHEIT mit Sicherheit auch Verwendung gefunden hätten, so etwas wie einen nachhaltig einprägsamen Moment.

Am Ende ist „On The Steps Of The Tempel“ eine überzeugende Angelegenheit, auch wenn es gelegentlich etwas chaotisch zu Werke geht. Anhänger von Bands wie OMEGA MASSIF, AMENRA, OPETH und NEUROSIS sollten unbedingt einmal reinhören, aber auch der ein oder andere Black-Metal-Jünger könnte hier richtig liegen. Bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Herren sich für ihr Zweitwerk nicht wieder so viel Zeit lassen.

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21.01.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

Der metal.de Serviervorschlag

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