Testament - The Legacy

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

Galerie mit 21 Bildern: Testament - The Bay Strikes Back 2020 in Filderstadt

Als TESTAMENT im April 1987 ihr Debütalbum veröffentlichen, ist die Thrash-Revolution schon längst geschehen. Ein Jahr zuvor definierten Klassiker wie EXODUS‘ „Bonded By Blood“, METALLICAs „Master Of Puppets“ und SLAYERs „Reign In Blood“ die Zukunft des Genres.

TESTAMENT kämpfen mit Startschwierigkeiten

Da kommt es erst recht ungelegen, dass sie sich gezwungen sehen, ihren Namen zu ändern. Bis 1986 sind TESTAMENT noch als LEGACY unterwegs. Allerdings stoßen sie auf eine Jazz-Band, die diesen Namen schon länger innehat. Um den Namen, unter dem sie schon zahlreiche Auftritte gespielt haben, nicht ganz zu verlieren, machen TESTAMENT ihn zum Titel ihrer ersten Platte „The Legacy“.

Doch als wären das noch nicht genug Schwierigkeiten, rennt ihnen auch noch ihr Frontmann Steve Souza weg. EXODUS verpflichten ihn als Ersatz für Paul Baloff. Glücklicherweise hat die Truppe mit Chuck Billy einen Sänger parat, der schon einige Male bei Konzerten aushalf und das Songmaterial kennt.

„The Legacy“ bleibt

Trotz der Startschwierigkeiten gelingt es der Band schnell, eine eingeschworen Fangemeinde um sich zu scharen. Das liegt vor allem daran, dass TESTAMENT sich in einem Punkt deutlich von der Konkurrenz abheben: dem Gitarrenspiel. Eric Peterson und Alex Skolnick spielen Ende der 80er in einer eigenen Liga. Das kommt „The Legacy“ zu Gute.

Die Riffs mögen noch ein wenig in der Chromatik von SLAYER wildern. Die Soli allerdings sprühen vor kreativen Läufen, die häufig durch klassische Musik beeinflusst sind. Damit stehen sie im starken Kontrast zum rohen Aggrogebolze der Rhythmusfraktion.

TESTAMENT halten sich in Sachen musikalischer Gewalt nämlich kein bisschen zurück. Bestien wie „The Haunting“ oder „First Strike Is Deadly“ walzen auch heute noch alles nieder. In „Burnt Offerings“ wiederum zeigt die Band ihr Gespür für mörderischen Groove und Akkordfolgen, die eine dämonische Atmosphäre erzeugen.

Clever bis zum Schluss

Unterstützung liefert dabei der astreine Sound aus der Schmiede von Alex Perialas. Der Kampferprobte Produzent hat schon das Debütalbum von OVERKILL und „Spreading The Disease“ von ANTHRAX inszeniert. Perialas zimmert TESTAMENT einen rohen Klang, der die düster Stimmung der Songs perfekt einfängt.

„The Legacy“ mag zu einem Zeitpunkt erscheinen, als im Thrash gefühlt alles gesagt ist. Doch gelingt es der Band dank clever Arrangierter Songs sowie technischer Finesse, ihren ganz eigenen Sound zu kreieren. Der macht sie 1987 zu einer der erfolgreichsten Bands der zweiten großen Thrash-Welle – und dieser Erfolg hält bis heute an.

04.03.2020

"Irgendeiner wartet immer."

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2 Kommentare zu Testament - The Legacy

  1. BlindeGardine sagt:

    Joa, braucht man nicht viel zu sagen, bockstarkes Album, auch wenn Thrash nicht ganz mein Metier ist. Und Testament sind seit jeher eine der wenigen Bands, die über die Jahre konstant Qualität abgeliefert haben. Tatsächlich liefern Testament bis heute sogar so zuverlässig ab, dass es schon fast wieder langweilig ist.

    8/10
  2. royale sagt:

    mega Album, wobei mir „The New Order“ um einiges besser gefällt, vielleicht weil es auch mein erstes dieser Band war 🙂