The Cult - Choice Of Weapon

Review

Wer hätte das gedacht, dass sich die beiden Streithähne Billy Duffy und Ian Astbury nochmal, oder besser gesagt, immer noch zusammenraufen und ein weiteres Album zustande kriegen würden. Wobei man den Jungs eines lassen muss: wenn sie Musik veröffentlicht haben, dann gab es nie halbe Sachen! Schaut man vom Masterpiece „Sonic Temple“ (1989) an vorwärts, lassen sich ausschließlich Perlen in der Discography von THE CULT verzeichnen. Zuletzt in der Reihenfolge waren es „Beyond Good And Evil“ (2001) und „Born Into This“ (2007), die zum begeisterten Mitrocken einluden. Letztgenanntes wurde seinerzeit übrigens völlig zu Unrecht von mir hart kritisiert. Nun, gute fünf Jahre nach „Born Into This“ legen die britischen Men Of Rock nach und wollen es noch einmal richtig wissen, man bekommt nämlich das komplette THE-CULT-Büffet serviert.

Der Titel „Choice Of Weapon“ lässt gleich kampfeslustig anmuten und suggeriert Energie und Adrenalin, und genau so verhält es sich auch. Bevor ich den Siegeszug von THE CULT beschreibe, möchte ich noch anmerken, dass das Album zwei bis drei Anläufe benötigte, um mich wieder richtig in den Sound der Band einzufühlen. Die Pausen zwischen den Alben sind (leider) einfach sehr lang und man muss selbst als Anhänger der Jungs schon aufpassen, dass das Feeling für ihre Musik nicht verblasst. Astbury war nie ein Sänger, den man an jeder Ecke hört; sein Organ ist einmalig und sehr charismatisch. Für die einen zu nasal, für die anderen absolut unverwechselbar. Duffy ist an der Klampfe ein waschechter Rocker mit viel Fingerspitzengefühl für geniale Melodien, aber auch ein begnadeter Songwriter, der sich nie von vorgegebenen Hype-Stilen einengen lässt. Er spielt seit jeher über den Tellerrand, wovon sich so manch anderer Rocker durchaus mal eine Scheibe abschneiden sollte.

Das von Chris Goss und Bob Rock transparent, aber an den richtigen Stellen schön saftig produzierte Album trumpft mit geilen, saftigen Rockern wie „Honey From A Knife“ und „The Wolf“ sauber auf und besitzt mit „Elemental Light“ einen der genialsten THE-CULT-Songs der letzten zehn Jahre. Das Stück erfordert einfach nur ein prall gefülltes Stadion, weit geöffnete Arme und viel Licht. Die Balladen „Life > Death“ sowie „Wilderness Now“ zeigen die Band von ihrer überzeugend sensiblen Seite, während weitere Rocker, wie die Catchy-Perle „For The Animals“ und „Lucifer“ das Rock-Fest schlechthin zelebrieren. „A Pale Horse“ hält locker das Level und mit „This Night In The City Forever“ endet das Album nach einem äußerst kurzweiligen, intensiven Hörgenuss. Absolut fantastisch.

Spannend ist noch zu erwähnen, dass „Choice Of Weapon“ das erste Album von THE CULT ist, bei dem kein Besetzungswechsel gegenüber dem Vorgänger vorgenommen wurde. Auch 2012 sind THE CULT immer noch Ian Astbury – Gesang, Billy Duffy – Gitarre, Chris Wyse – Bass und John Tempesta – Schlagzeug. Ich behaupte, dass man diesen Umstand der Qualität der Musik auch anhört. Mit einer Mischung aus echten, kernigen Rock-Strukturen, griffigem Charme und trotzdem auch mit Tiefe und Vielseitigkeit spielen sich THE CULT durch ihre Wurzeln und später erschlossenen Wege. Wer auf diese Band steht, wird meiner Ansicht nach voll auf seine Kosten kommen und wer die Band schon immer gehasst hat, wird diesen Umstand auch jetzt ganz bestimmt nicht ändern (wollen). 
Meiner Ansicht nach sind THE CULT tolle, charismatische Musiker, die Musik allerfeinster Couleur veröffentlichen; mit großer Eigenständigkeit, einer Menge Energie und sehr viel Gefühl. „You are my Lucifer…“!

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15.05.2012

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