The Good und The Bad And The Queen - The Good, The Bad And The Queen

Review

Beim Betrachten des THE GOOD, THE BAD AND THE QUEEN-Covers fiel mir unwillkürlich das Schicksal Magdeburgs und seiner bedauernswerten Bürger zu Zeiten Tillys und Wallensteins im Dreißigjährigen Krieg ein. Nun daran dachte Damon Albarn, seineszeichens Sänger und Songwriter bei BLUR, wohl weniger, als er seine Vision hatte: „Ich wollte ein Album machen, zu dem die Engländer einen Zugang haben, bei dem sie aber auch exotische neue Sachen für sich selbst entdecken können.“ Um diese Idee umzusetzen wurde unter anderem Ex-THE CLASHER Paul Simonon an den Bass geholt und einige Songs geschrieben, die europäische und afrikanische Rhythmik verbinden sollten. Einige Songs entstanden in Nigeria, der Heimat des Schlagzeugers Tony Allen. THE GOOD, THE BAD AND THE QUEEN waren geboren.

Herausgekommen ist nun ein umwerfendes Rockalbum zeitloser Natur, dass eine Mischung von handgemachtem Rock, Dub, Afrobeat, Wave, Songwriterattitude und Gitarrenlicks typisch britischer Prägung bietet. Die nölig-wehmütigen Vocals von Freund Damon sind optimal auf die ruhige, elegische, sehr abwechlungsreiche Musik abgestimmt. Auffällig ist das hochgradig intelligente Songmaterial, dass große musikalische Kompetenz aufweist. Denn nahezu jeder Song ist hier ein Volltreffer; ähnlich gutes gab es im „ruhigen“ Bereich zuletzt von BLACKFIELD zu vermelden.

„History Song“ ist ein Sommerstück allerlässigster Prägung, spärlich instrumentiert, aber staubig, akustisch, mit sanfter Orgel im Hintergrund. Cooler gehts nimmer. „80’s Life“ beginnt swingend, eine einfache, einprägsam-gute Grundmelodie durchzieht den Track, der Gesang ist wieder nölig-unterkühlt, altmodisch der Refrain, an alte Zeiten, die sechziger aufs unterhaltsamste erinnernd. „Northern Whale“ baut auf Klavier und Elektronik auf, woher nimmt Dave diese geilen Melodien? Und diese hochmelodischen, unkitschigen und unverbrauchten Refrains? Die afrikanisch angehauchten Drums und Percussions unterlegen die Songs mit einem ganz eigenen Rhythmus. „Kingdoom Of Doom“ erinnert uns an THE CHURCH und ähnliche Achtziger-Bands, hat in der Strophenphase einigen Wave-Einschlag, dann der Refrain, einfach nur geil. Dieser Groove, bei den Sternen Afrikas!

„Herculean“ mischt optimal alle verwendeten Instrumente; die Abstimmung ist perfekt, jeder Ton sitzt richtig, dazu der verzerrte Gesang, wehmütig intoniert mit hallendem Finale. „Three Changes“ wartet mit dominantem Bass und Akkordeon auf, sehr ansprechend, das. „Green Fields“ ist ein lässiger Ohrwurm akustisch prächtig untermalt. Der Titelsong „The Good, The Bad & The Queen“ bündelt nochmals alle Fähigkeiten der Band, inklusive finalem gitarrentechnischem Ausufern. Ruhige Musik kann so gut sein! Wie man überhaupt sagen muss, das Arrangieren liegt THE GOOD, THE BAD AND THE QUEEN, es ist Musik zum Hinhören, zum Entdecken; auch noch nach Jahren kann das gerne gehört werden. Und die unverholene Zuneigung zu den Sixties und Eighties stimmt außerordentlich fein. Denen, die gerne BRIGHT EYES hören, jenen, die guten Achtziger-(Wave)-Rock noch zu würdigen wissen, BABYSHAMBLES- und RADIOHEAD-Jüngern, CASH-Maniacs, all diesen grenzüberschreitenden Rockern empfehle ich dieses Album. Und als willkommene Abwechslung zu Black- und Death-Combos funktioniert das Album auch, übrigens.

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20.05.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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1 Kommentar zu The Good und The Bad And The Queen - The Good, The Bad And The Queen

  1. hackfin sagt:

    Gemütliche Sommerplatte!

    7/10