The Privateer - Monolith

Review

Da ich THE PRIVATEER vor ihrem Zweitwerk “Monolith” nicht kannte, hätte ich diesen Artikel auch gut und gerne mit einem schlechten Witz einleiten können. Den verkneifen wir uns an dieser Stelle und gucken lieber, was uns die Freiburger Piraten so mit “Monolith” eingetütet haben. Klar, wer so einen Namen trägt und sich auf den Promofotos im Goldenen Zeitalter der Piraterie wähnt, darf sich über Vergleiche mit ein, zwei etablierten Gruppen nicht wundern.

Tut das Sextett aber auch nicht. Die Piratenthematik gehört zum Gesamtkonzept der Band und auch musikalisch passt das durchaus zusammen. Zwar werden die zu erwartenden Reminiszenzen an RUNNING WILD und ALESTORM nicht plakativ in den Sound von THE PRIVATEER eingeflochten, doch so ganz kann sich die Band hiervon auch nicht lösen – allerdings geht es eher in Richtung der Schotten, als des hanseatischen Solounternehmens. Beim Intro “Setting Forth” hatte ich sofort, aufgrund des Zusammenspiels von Violine und akustischer Gitarre, auch noch eine dritte Band als Vergleich im Kopf: SKYCLAD. Gerade dieser Querverweis drängt sich über die gesamte Albumdistanz immer wieder auf, da die Violine eine Konstante im Sound der Freiburger ist. Nicht zu penetrant, aber auch nicht ausschließlich als Farbtupfer verwendet, harmoniert Violinistin Clara Held gut mit ihren Mitmusikern, die ihre Instrumente ebenfalls zu gebrauchen wissen. Das belegen einige gelungene und stimmungsvolle Instrumentalparts des Albums. Bis hierhin soweit alles gut, allerdings hat auch “Monolith” noch einige Schönheitsfehler.

Da wäre zum einen das noch nicht wirklich ausgereifte Songwriting. THE PRIVATEER können sich nicht so recht entscheiden, ob sie eher in die folkige oder in die metallische Richtung tendieren. Sie versuchen beiden Genres gerecht zu werden, verzetteln sich dabei aber zu oft. Hier noch ein Riff addiert, dort noch ein Violinenpart mehr, da verliert man als Musiker leicht die Übersicht und die Songs ihren roten Faden. Da ist definitiv noch Luft nach oben. Zum anderen schaffen es THE PRIVATEER auf “Monolith” im Vergleich mit oben genannten Bands nicht, ihren Stücken besondere Nachhaltigkeit zu verleihen. Ein paar Ohrwürmer mehr hätten dem Album definitiv gut getan. Das auf Deutsch gesungene Highlight “Störtebeker”, der Titeltrack oder “In The Nought Of The Wind” gehen da sicherlich in die richtige Richtung. Allerdings offenbaren diese Beispielsongs auch ein weiteres Manko der Platte, den Gesang von Frontmann Pablo Heist. Während der Klargesangparts liegt er teilweise neben den Tönen (bspw. “The Privateer”) und bei den aggressiven Stellen kann er den Songs seinen Stempel nicht aufdrücken, da sein Organ zu austauschbar klingt. Aber auch hier ist sicherlich noch Luft nach oben.

“Monolith” ist kein Rohrkrepierer und “Störtebeker” wandert wohl auch auf die nächste Mix-CD für das Auto, aber um in der oberen Gewichtsklasse mithalten zu können fehlt noch ein gutes Stück. Wenn THE PRIVATEER sich beim Songwriting in Zukunft etwas mehr fokussieren, dürfte die Bewertung zudem bestimmt höher ausfallen. Das Potential ist vorhanden und Genrefans dürfen gerne ein Ohr riskieren. Aktuell reicht es für mehr aber nicht.

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30.12.2013

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1 Kommentar zu The Privateer - Monolith

  1. Simon sagt:

    In vielen Reviews fällt mir immer wieder auf, dass die Reviewer versuchen die Musik krampfhaft in eine Schublade zu stecken und wenn das eben nicht möglich ist, das nur ein Zeichen dafür sein kann, dass die Musik nicht ausgereift ist.

    Ist es noch keinem in den Sinn gekommen, dass es Bands gibt, die weder dem Standard-Songschema folgen, noch für jeden Song immer beim gleichen Stil bleiben wollen?
    Ich finde es sehr schade, dass wirklich gute Bands wie hier „The Privateer“, bei denen (zum Glück!) nicht jedes Lied gleich klingt und gleich aufgebaut ist, hier oft schlechter gemacht werden als sie sind.

    Beste Grüße,
    Simon