The Wandering Midget - The Serpent Coven

Review

Auf Nachschub von THE WANDERING MIDGET haben die Freunde gepflegter, bösartiger Melancholie gewartet. Traditioneller 1970er-Doom, beeinflusst von Okkultismus, H.P. Lovecraft, Aleister Crowley sowie Tod und Teufel. Mit ihrem letzten Auswurf, „I Am The Gate“ (2007), einer Zusammenstellung früherer Demoaufnahmen, begeisterten die drei jungen Finnen Fans von REVEREND BIZARRE, MINOTAURI, und WITCHFINDER GENERAL gleichermaßen. Doom mit hohem Gesang, scheppernden Kesseln, stoischen Bassläufen und langsam schneidenden Gitarren, ergänzt durch vorsichtige psychedelische und progessive Eskapaden- da kommt keine Freude im eigentlichen Sinn auf. Wie bei kleinen Kindern an Weihnachten oder so. Trotzdem schön, dass „The Serpent Coven“ endlich da ist.

Auf ihrem ersten Album hüten THE WANDERING MIDGET sich vor Experimenten und pseudokreativen Spielereien jeglicher Art, Gastmusikern und sonstigen Veränderungen und verfolgen konsequent ihren zuvor eingeschlagenen Weg. Was für andere Genres absolut tödlich ist, wird auf dieser Platte geradezu zelebriert. Eintönigkeit und Hoffnungslosigkeit sind die emotionalen Eckpfeiler von THE WANDERING MIDGET; auf „The Serpent Coven“ finden sie ihre musikalische Entsprechung. Selten ist ein Album als eine so dichte, homogene Einheit. Das Trio erklärt: „THE WANDERING MIDGET sind eine Träne im Ozean oder ein Sandkorn in der Wüste, eine einsame Reise durch eine Welt voller Angst und ohne Sicherheit.“
Andere Bands hätten bei derartigem Pathos sämtliche Lacher auf ihrer Seite, bei THE WANDERING MIDGET jedoch wirken solche Beschreibungen weder aufgesetzt noch albern. Außergewöhnlich, krass, unangenehm, ehrlich, toll! Weiter geben die drei zu Protokoll: „Der Bandname kam uns spontan, der erste Teil stammt von REVEREND BIZARREs ‚The Wandering Jew‘, der Rest von- keine Ahnung.“ Jetzt wissen wir es.

Leider steht bei THE WANDERING MIDGET keine Tour an, aber eigentlich ist das gar nicht schlimm. Denn eine spektakuläre, actiongeladene Show mit ausufernden Soli und ausrastendem Publikum dürften die Jungs wohl kaum liefern. Genießen wir also den frühen Kälteeinbruch irgendwo im warmen Kämmerlein- der perfekte Soundtrack für lange, eisige Winternächte liegt ja jetzt vor.

02.10.2008

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