Thunderpussy - Thunderpussy

Review

Das überstürzte Timing bei THUNDERPUSSY sorgt für Kopfschütteln. Am 10. August kam das Album raus und zwischen dem 12. August und 3. September spielt das Quartett ihre drei Headliner-Shows in Köln, Frankfurt und Hamburg. Es ist ein bisschen optimistisch zu glauben, dass man der Band mit Headliner-Auftritten weiterhilft, wenn man der Band keine Zeit gibt, etwas Bekanntheit zu erlangen. Die Tatsache, dass PEARL JAM-Gitarrist Mike McCready auf seinem Label die 7“ „Velvet Noose“ veröffentlicht hat und auf dieser auch zu hören ist, dürfte wohl weniger beeindruckend sein. Aber es macht neugierig.

Besonnene PEARL JAM

Daher stellen sich die Meisten wohl die Frage, wer THUNDERPUSSY überhaupt sind. Bei der Band handelt es sich um ein Quartett aus Seattle. Stilistisch sind sie nicht einfach zu fassen. Das Fundament bilden frühe PEARL JAM. Dazu kommen eine fuzzige Note und leichte Noise-Einsprengsel, die dezent an SONIC YOUTH erinnern. Aggressive Momente sucht man vergebens. Das Adjektiv, mit dem ich die Musik am passendsten bezeichnen würde, ist besonnen. Als Beweis sei ‚Velvet Noose‘ genannt, bei dem ein Ausbruch anscheinend unterdrückt wird. Man könnte das Quartett auch als eine amerikanische country-lastige Version von DREAM WIFE betiteln.

„Thunderpussy“ ist eine Sanduhr

Die ersten drei Songs schlagen ein. Da wäre zum einen ‚Speed Queen‘, welches mit einer Authenzität aufwarten kann, die man bei vielen Riffrock-Kapellen vermisst. ‚Badlands‘ bricht damit, spielt eher mit der Dynamik, anstatt ein Tanzstück sein zu wollen. ‚Fever‘ besticht einfach durch eine unglaubliche Coolness. Mit ‚Torpedo Love‘ offenbart die Band zudem ein Händchen für gute (nicht außergewöhnliche) Balladen. Die Sängerin Molly Sides erinnert stellenweise an Layne Staley und wertet langweile Stücke, die sich in der Mitte des Albums zur Genüge finden, mit ihrem Gesang auf. Gen Ende wird das Quartett experimentell: ‚The Cloud‘ ist sperrig und untanzbar. ‚Utero Tango‘ greift Elemente südamerikanischer Tanzmusik auf.

Dazwischen gibt es allerdings einige verzichtbare Nummern. Etwa ‚Gentle Frame‘ fühlt sich wie eine Grunge-B-Seite an. Zudem hätte die Produktion druckvoller ausfallen können. So verlieren die Songs an Wucht.

Was THUNDERPUSSY hier abliefern, ist ein ziemlich passables Debüt. Mit einer bewährten Mischung und einigen coolen Songs kriegen sie den Fuß zum mitwippen. Zudem hat man mit Molly Sides eine tolle Sängerin. Demgegenüber steht allerdings, dass das Album an manchen Stellen nicht ausgereift ist. Dennoch stellt man fest, dass diese Band Potenzial hat. Mal schauen, wie das nächste Album wird.

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16.08.2018

Normal kann ja jeder!

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