Varathron - Patriarchs of Evil

Review

Wir schreiben das Jahr 1988 und im griechischen Metal-Untergrund brodelt es. Vier Jungs, von denen zwei bereits bei ROTTING CHRIST an ihrer ersten Demo-Veröffentlichung feilen, gründen VARATHRON. Später kommen noch weitere Bands wie NECROMANTIA und ZEMIAL hinzu, die ebenfalls dazu beitragen, dass Griechenland seinen verdienten Platz auf der Black-Metal-Weltkarte erhält.

30 Jahre VARATHRON!

VARATHRON gibt es damit seit genau 30 Jahren. So richtig durchstarten konnte die Band aber nie. Schuld daran waren unter anderem Besetzungsprobleme. Bereits auf dem ersten Album „Her Majesty at the Swamp“ muss die geschrumpfte Truppe auf einen Drum-Computer zurückgreifen, weil es an talentierten und willigen Schlagzeugern mangelt. Von der Original-Besetzung ist heute nur noch Sänger Necroabyssious übrig.

Dieser hat es inzwischen aber geschafft, ein stabiles Lineup um sich zu scharen. Seit vierzehn Jahren sind VARATHRON wieder regelmäßig aktiv und hauen zumindest alle vier bis fünf Jahre verlässlich ein neues Album heraus. Nach dem eher durchwachsenen „Crowsreign“ (2004), fanden die Griechen mit „Stygian Forces of Scorn“ (2009) wieder in die Spur und konnten mit „Untrodden Corridors of Hades“ (2014) ein solides Release hinterherschieben. Dieses Jahr erscheint schließlich „Patriarchs of Evil“.

Varathron 2018

VARATHRON – Die „Patriarchs of Evil“ lauern in dunklen Grüften…

Im Gegensatz zum Vorgänger ist das neue Album musikalisch etwas aufgeräumter. VARATHRON pflegen ihre Wurzeln und haben die Songs hörbar entschlackt. Die vertrackten und modernen Parts, die „Untrodden Corridors of Hades“ unnötig anstrengend klingen ließen und etwas gezwungen wirkten, wurden über Bord geworfen. „Patriarchs of Evil“ liefert wieder schnörkellosen sowie melodischen Black Metal, was VARATHRON deutlich besser steht.

Glorious riffs, profound melodies and a solid rhythm section„, um es mit den Worten der Band zu sagen. Zwar dürften die omnipräsenten Keyboards und die symphonischen Parts nicht jedermanns Sache sein. Wer solchen Kitsch in der Schnittmenge von Black- und Gothic-Metal aber mag und gerade deswegen immer noch gerne die Neunziger-Perlen von MOONSPELL oder ROTTING CHRIST auflegt, dürfte auch an „Patriarchs of Evil“ Gefallen finden.

Zwischen Kitsch und Glorie

Dass das Album aber auch für den verhältnismäßig sehr viel größeren Rest der Menschheit funktionieren kann, ist unter anderem der Produktion zu verdanken. Achileas C., der auch Gitarrist bei VARATHRON ist, hat seiner Band einen klaren Sound verpasst, der die knackigen Riffs in den Vordergrund stellt und das Orchester aus der Dose nicht zu laut oder ausufernd klingen lässt.

„Patriarchs of Evil“ ist guter Griechenland-Black-Metal im Stile alter ROTTING CHRIST oder eben VARATHRON. Wer noch einen Schuss alte Schule braucht, der greift lieber zum letzten Album von KAWIR. Wer aber eine dezente Dosis Bombast ertragen kann, sollte „Patriarchs of Evil“ zumindest ein kurzes Probehören gönnen.

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20.04.2018

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