Vredehammer - Vinteroffer

Review

Bist du mal wieder wütend, nimm den Zorneshammer und zerleg deine Bude, zack zack zack, dass die Späne fliegen. Lustiger Name, VREDEHAMMER. Aber irgendwie passend, jedenfalls bei dieser norwegischen Combo, denn die spielt Black Metal. Allerdings nicht die räudige Variante, sondern eher die frickelige, wo es jede Menge Thrash-Metal-Einflüsse gibt. Zack zack zack, da schwingt er, der Zorneshammer.

Womit wir bei den Vergleichen sind: „Vinteroffer“, das erste vollwertige Album von VREDEHAMMER klingt tatsächlich nicht nach Old-School-Black-Metal-Geschrubbe, sondern am ehesten nach den Landsleuten ANTARES PREDATOR und mittleren KEEP OF KALESSIN. Soll heißen, dass hier wie dort die Gitarrenarbeit im Vordergrund steht, und mit Per Valla steht bei VREDEHAMMER ein Meister seines Fachs an vorderster Gitarrenfront. Die Songs werden vom etwas steril klingenden Schlagzeug zumeist rasant angetrieben, und das passt zu den vielseitigen Gitarrenriffs ganz ausgezeichnet. Vor allem das flinke Doublebass-Geratter macht im Zusammenspiel mit den Sweepings des Herrn Gitarristen ordentlichen Spaß (beispielsweise in „Seduce Infect Destroy“).

Allerdings gibt es Abzüge in der B-Note: Ähnlich der lyrischen Ergüsse („Cthulhu“, „Suicide Forest“ und „Vinteroffer“ in einer Reihe) wirken die Songs ziemlich beliebig und songschreiberisch unspektakulär. Bei aller Vielseitigkeit weiß man am Ende nicht so recht, wie man „Vinteroffer“ einordnen soll: Ist das jetzt schwarzmetallisch böse, intergalaktisch überhöht oder steht einfach der (spiel-) technische Aspekt im Vordergrund? Und gegen wen oder was richtet sich eigentlich der Zorneshammer?

Wer damit leben kann, bekommt mit „Vinteroffer“ ein ordentliches Album geliefert, auf dem an vielen Ecken ein cooles Riff lauert und das zumindest mit dem über neunminütigen Titeltrack einen stimmungsvollen Höhepunkt bereithält. Und, wie gesagt, spieltechnisch ist das alles ziemlich gediegen. Kein Grund also, schlecht drauf zu sein und die eigenen vier Wände zu Kleinholz zu verarbeiten.

08.05.2014

- Dreaming in Red -

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