Wardruna - Skald

Review

Soundcheck Dezember 2018# 12 Galerie mit 13 Bildern: Wardruna - European Winter Tour 2019 in Wuppertal

WARDRUNA sind etwas für Genießer, machen wir uns nichts vor. Aber rein faktisch, gab es an der „Runaljod“-Reihe nichts zu bemängeln – alle drei Alben haben bei mir den Meisterwerk-Status. Dennoch, mit Metal hatte dies nur am Rande zu tun, ist aufgrund seiner atmosphärischen Dichte und dem Hintergrund der Protagonisten aber gerade in dieser Szene besonders beliebt – auch darüber hinaus natürlich. Die cineastischen Klanglandschaften so einnehmend wie schön und beeindruckend. Jedoch haben WARDRUNA bei ihren Kompositionen schon immer gefordert in der richtigen Stimmung zu sein, denn sonst ging das Material an einem vorbei. „Skald“, das erste Album nach dem ersten Zyklus der Bandhistorie, ist noch stimmungsabhängiger und noch fordernder geworden.

Kaum Instrumente, dafür glänzt Einar Selvik auf „Skald“

Es liegt vor allem an der Herangehensweise. In den Mittelpunkt wird noch deutlicher als auf dem letzten Werk Einar Selviks außergewöhnliche Stimme, die ergreifend, zärtlich, gar erhebend ist, gerückt. Dazu gesellen sich auf „Skald“ lediglich ein rudimentärer Einsatz von Instrumenten. Hier ein Horn, dort die Akustikgitarre – nichts ist es mit treibender oder atmosphärischer Untermalung. Von Bombast oder aufwendigen Arrangements ganz zu schweigen. Aufgenommen wurde dieses WARDRUNA-Werk übrigens auch nur vom Bandkopf selbst in einer Live-Session, das als interessante Randnotiz.

Spannender ist dagegen die Wirkung, die „Skald“ im richtigen Moment entfaltet. Natürlich sind die gesanglich vorgetragenen altnordischen Texte imposant. Natürlich ist es beeindruckend und natürlich gibt es daran eigentlich nichts zu meckern. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es die passende Laune braucht, um sich darauf einzulassen. Ich hab mindestens drei Anläufe gebraucht bis es „Klick“ machte. Doch dann ist „Skald“ ein spannendes Kunstwerk, dass die Stimme als solche als Instrument nutzt und damit eine Intensität schafft, die selten ist – man höre nur die Skaldic-Version von „Volsupa“ oder das fünfzehnminütige „Sonatorrek“, dass sogar gänzlich A-Capella vorgetragen wird – und ein Feeling von Lagerfeuer mitten in vereisten nordischen Waldlandschaften heraufbeschwört.

Ein spannendes WARDRUNA-Album, aber sicher nicht für jeden

Nein, auch an diesem WARDRUNA-Projekt gibt es nicht viel zu bemängeln. Dennoch werden jene, die um diese Künstler bislang einen Bogen gemacht haben, diesen eher vergrößern als einzutauchen. Selbst eingefleischte Liebhaber könnten sich mit „Skald“ schwer tun – denn im Vergleich zu den zeitweise spannenden, auf jeden Fall aufwändigen Songs der Vorgängeralben, die auch mal etwas treibendes, fast eingängiges hatten, gibt es hier nicht so wahnsinnig viel zu entdecken. Als Kunstwerk ist dies jedoch beachtlich und wer sich die Zeit nimmt, sich wirklich darauf einzulassen könnte überwältigt werden – denn „Skald“ verschlingt den Alltag um einen herum spielend.

03.12.2018

Chefredakteur

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Skald' von Wardruna mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Skald" gefällt.

Wie funktioniert der metal.de Serviervorschlag?

Es gibt noch keine Empfehlungen zu diesem Album. Willst du die erste abgeben? Dann registriere dich oder logge dich ein.

Shopping

Wardruna - Skaldbei amazon11,37 €

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 32399 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Wardruna auf Tour

12.08. - 15.08.20metal.de präsentiertSummer Breeze 2020 (Festival)1914, Agrypnie, Alestorm, Amenra, Amon Amarth, Amorphis, Angelus Apatrida, Any Given Day, Architects, Avatarium, Belzebubs, Benediction, Benighted, Blasmusik Illenschwang, Bloodywood, Bodom After Midnight, Carbon Killer, Cattle Decapitation, Clutch, Combichrist, Conjurer, Cytotoxin, Dark Funeral, Dark Tranquillity, Dawn Of Disease, Debauchery, Despised Icon, Devin Townsend, Djerv, Dwaal, Eisregen, Emil Bulls, Ensiferum, Fiddler's Green, Fight The Fight, Finntroll, Fleshcrawl, Fleshgod Apocalypse, Frog Leap, Gatecreeper, Gloryhammer, God Is An Astronaut, Gost, Gutalax, Haggefugg, Hatebreed, Havok, Idle Hands, Implore, Insomnium, I Prevail, Igorrr, Infected Rain, Jinjer, Kadavar, Kraanium, Leaves' Eyes, Lüt, Mass Hysteria, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Myrkur, Neaera, Necrophobic, Nekrogoblikon, Nytt Land, Opeth, Paradise Lost, Pipes And Pints, Primal Fear, Resolve, Russkaja, Sacred Reich, Saltatio Mortis, Shadow of Intent, Shiraz Lane, Siamese, Sonata Arctica, Slope, Static-X, Stray From The Path, Striker, Suffocation, Svalbard, Swallow The Sun, tAKiDA, Terror, The New Roses, The Night Flight Orchestra, The Oklahoma Kid, The Prophecy 23, The Vintage Caravan, The Wildhearts, Thundermother, Tides From Nebula, Triddana, Uada, Vitriol, Vulture, Wardruna, Warkings, While She Sleeps, Within Temptation und Wolves In The Throne RoomFlugplatz Dinkelsbühl, Dinkelsbühl

Kommentare