Weckörhead - Für Lemmy

Review

Immer wenn ein Musiker stirbt, wittert die Musikindustrie ihre Chance, um einen Haufen Geld zu machen. Insbesondere im Fall von Lemmy K. ist die Ehrbietung manchmal zu viel des Guten. So sind in den zwei Jahren seit seinem Tod bereits ein zweifelhafter Live-Mitschnitt und eine überflüssige Compilation erschienen. Und im letzten Jahr erklärte auch Thomas Jensen auf der Hauptbühne des Wacken Open Airs, dass „Wacken ohne Lemmy nicht möglich sei“, weswegen man bei der kommenden Ausgabe die Tribute-Band BÖMBERS begrüßen darf. In diese Übersättigung stechen die Osnabrücker WECKÖRHEAD. Bei diesen handelt es sich um ein Projekt von Musikern ausgezeichneter lokaler Bands, die vier MOTÖRHEAD-Songs auf Deutsch eingespielt hat. Ungeprobt, wie auf der Papphülle betont wird.

WECKÖRHEAD haben ein paar Schwachstellen, machen aber trotzdem Spaß

Wenn man schon so ’ne schnieke Verbeugung hat, widmet man diese natürlich nicht nur der Frontwarze, sondern auch „heinz erhart“, „jimy hendrix“, „curt cobain“ und anderen verdienten Musikern. Auf der CD ist man aber näher an den Originalen, als in der Widmung. Das Quartett (!) spielt sich ziemlich tight durch die vier Songs und macht klar, dass jegliche ohnehin Bandprobe überflüssig wäre, da die beteiligten Musiker die Tracks mit der Muttermilch aufgesogen haben. Trotzdem geht Sänger Wecker Lemmy’s Lässigkeit ab, was zusammen mit deutschen Texten zu einer frappierenden Ähnlichkeit mit den BÖHSEN ONKELZ führt. Das ist insbesondere bei ‚Nach Rio‘ lustig, welches auch textliche Ähnlichkeit zu ‚Mexiko‘ aufweisen kann. Und damit sind wir auch schon bei der Quinessenz dieser EP: den Texten. Auf Deutsch klingen die Songs ziemlich prollig und können dadurch auch zum Schmunzeln einladen.

Und das ist das herrlich erfrischende an WECKÖRHEAD. Die Band nimmt sich nicht zu ernst, sondern zockt sich ziemlich locker durch die dreckigen Songs – Rock ’n‘ roll as it should be. Damit gelingt ihnen ein augenzwinkernder Tribut an die härteste, dreckigste, lauteste Rock ‚N‘ Roll-Band, die uns viele schöne Stunden beschert hat. WECKÖRHEAD bereiten uns sicherlich ein paar weitere damit.

Wer Interesse an einem Exemplar hat, sollte mal nett bei info@weckoerhead.de nachfragen. Wer sich aber im Ton vergreift, sollte mal Shock Records in Osnabrück einen Besuch abstatten. Dort stehen auch ein paar Ausgaben rum.

 

04.03.2018

Normal kann ja jeder!

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 30394 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

3 Kommentare zu Weckörhead - Für Lemmy

  1. EvilKnevil sagt:

    Richtig furchtbar.
    Erinnert an Cindy und Berts Der Hund von Baskerville, Stefan Hallbergs Hotel California oder die furchbaren Schlager-Cover von Abba.

    1/10
    1. Doktor von Pain sagt:

      Na, ganz so schlimm finde ich es jetzt nicht, da die Musik des Originals ja mehr oder weniger 1:1 übernommen wurde. Andererseits wirft genau das die Frage aus: Wer braucht so was?

      1. Bluttaufe sagt:

        Klingt vom Gesang her etwas wie TOXPACK. Klingt durch die deutschen Texte prollig weil man woher – ja, den englischen Texten von MOTÖRHEAD keine Beachtung schenkte? Das wäre als wenn man V8 WANKERS gut findet, da englisch singend, und die V8 WIXXXER hasst, da sie deutsch singen.
        Kann man sich auf Youtube anhören, zwingend notwendig ist diese EP aber nicht.